Valentino Rossi fährt seinen 100. Sieg ein:
Das schaffte vor ihm nur Legende Agostini
- Jubiläumserfolg beim GP der Niederlande in Assen
- Titelverteidiger übernimmt Führung im Klassement

Valentino Rossi hat in Assen einen historischen Erfolg gefeiert. Der Italiener landete in der MotoGP-Klasse seinen 100. Sieg in einem Motorrad-Grand Prix, verwies wie schon im bisher letzten Rennen in Montmelo vor zwei Wochen seine härtesten Konkurrenten im Kampf um die Weltmeisterschaft, Jorge Lorenzo (ESP) und Casey Stoner (AUS), auf die Plätze. Damit übernahm der 30-Jährige auch die alleinige Führung in der Gesamtwertung.
13 Jahre nach seinem ersten Sieg (im 125er-GP von Tschechien) "knackte" Rossi damit als zweiter Motorrad-WM-Fahrer nach seinem Landsmann Giacomo Agostini die Hunderter-Marke, auf den 15-fachen Weltmeister, der seine Serienerfolge in den Sechziger- und Siebziger-Jahren feierte, fehlen "Il Dottore" aber noch 22 Siege. "Das ist fantastisch, weil diese Strecke speziell ist und viel Geschichte hat. Mein Vater hat hier in der 250er-Klasse gewonnen", kommentierte Rossi.
Im Gegensatz zum "Krimi" von Montmelo, wo Rossi den Sieg erst mit einem überraschenden Überholmanöver in der letzten Kurve vor dem Ziel perfekt gemacht hatte, fuhr er seinem Jubiläumserfolg am Samstag solo entgegen. Schon nach wenigen Runden hatte er sich von seinen Konkurrenten abgesetzt. Einzig Lorenzo vermochte bis zur Rennhälfte den Rückstand in engen Grenzen zu halten. Im Ziel lag der Spanier gut fünf Sekunden zurück, Stoner als Dritter schon über 20 Sekunden.
Ehrenrunde
Kurz nach dem Ende des Rennens entrollte Rossi gemeinsam mit mehreren Helfern ein rund 15 Meter langes Transparent, auf dem jeder seiner bisherigen 99 Siege fotografisch dokumentiert war, und drehte mit einer Flagge (Aufschrift "100") in der Hand eine vielumjubelte Ehrenrunde.
In der 250er-Klasse sicherte sich der Japaner Hiroshi Aoyama den Erfolg und übernahm die Führung in der Gesamtwertung. Trotz einer defekten Honda nach einem Zusammenprall mit dem bisherigen Spitzenreiter Alvaro Bautista aus Spanien fuhr er zum überlegenen zweiten Saisonsieg vor dem Spanier Hector Barbera auf Aprilia und Titelverteidiger Marco Simoncelli aus Italien auf Gilera.
In der 125er-Klasse machte sich ein spanisches Aprilia-Trio den Sieg aus, letztlich hatte Sergio Gadea die Nase vorne. Der ursprünglich zweitplatzierte Spanier Nicolas Terol fiel nachträglich auf Platz fünf zurück, weil er eine 20-Sekunden-Strafe wegen eines riskanten Überholmanövers erhielt. WM-Spitzenreiter Julian Simon rückte auf Rang zwei vor. Der Oberösterreicher Michael Ranseder war neuerlich nicht am Start.
(apa/red)
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