Stavanger als frühes Saisonhighlight:
Heute startet die Beach-Volleyball-WM
- Österreichische Duos mit unterschiedlichen Zielen
- Schwaigers und Gosch/Horst wollen in die Top Ten

Die Olympia-Fünften Doris und Stefanie Schwaiger sowie Florian Gosch/Alexander Horst haben für die Beach-Volleyball-Weltmeisterschaften in der norwegischen Hafenstadt Stavanger Top-Ten-Plätze als Ziel ausgegeben. Für die vor der Saison neu formierten ÖVV-Teams dürfte die 7. WM allerdings zu früh kommen. So werden Ex-Europameister Clemens Doppler mit Beach-Neuling Matthias Mellitzer und Dopplers ehemaliger Weggefährte Peter Gartmayer mit Alexander Huber wohl kaum im Spitzenfeld landen können.
Ab heute wird, erstmals bereits ab Ende Juni, im Hafenareal "Vagen" in jeweils zwölf Vierergruppen um eine Million Dollar Preisgeld gespielt. Die ersten Zwei plus die acht besten Gruppen-Dritten kommen in die erste K.o.-Runde (ab 2. Juli). Insgesamt treten diesmal fünf ÖVV-Teams an. Bisher waren neunte Plätze u.a. von Doppler/Gartmayer und Gosch/Horst 2007 bzw. Rang 17 von Montagnolli/Swoboda 2007 die besten WM-Resultate.
Gosch/Horst haben sich mit einem siebenten Platz beim Europa-Tour-Turnier in Berlin für die Titelkämpfe eingeschlagen. Nach einer bisher recht durchwachsenen Saison ohne Top-Ten-Platz auf der World-Tour und zwei Wochen Training in Wien blicken die Beiden jedoch zuversichtlich Richtung WM. "Wir sind gut in Form und visieren die Top Ten an. Diese Saison waren wir platzierungsmäßig noch nicht zufrieden, leistungsmäßig waren die wichtigen Spiele aber in Ordnung", betonte der Gosch gegenüber der APA.
"Schlüsselpartie"
Mit der "Schlüsselpartie" gegen die Deutschen Erdmann/Matysik starten sie am Freitag ins Turnier. Als Gruppenphasen-Highlight wartet am 30. Juni das Duell mit den topgesetzten Brasilianern Harley/Alison, laut Gosch das derzeit "beste Team der Welt". "Das Ergebnis von 2007 wollen wir jedenfalls erreichen, mit einer Steigerung im Turnier ist wie bei Olympia auch noch mehr möglich", sagte Gosch. An Norwegen haben sie mit ihrem ersten Top-Ten-Ergebnis 2007 im WM-Ort und Platz vier im Vorjahr in Kristiansand ausgesprochen gute Erinnerungen.
Die Schwaiger-Schwestern wollen ihre beiden mäßigen WM-Abschneiden (33. und 37.) ausbügeln. "Wir sind mit zwei fünften Plätzen auf der World Tour sehr gut in die Saison gestartet. Die Auslosung ist ganz o.k., allerdings kann in der ersten K.o.-Runde bereits ein ganz harter Brocken auf uns zukommen", warnte die 24-Jährige Doris im Gespräch mit der APA. Mit den Norwegerinnen Masaseide/Kongshavn wurde den Waldviertlerinnen lediglich ein Topteam zugelost, ein ukrainisches und schweizer Paar komplettieren die Gruppe.
Mit Stavanger verbinden die Fünften von Peking wenig Positives, das soll sich bei ihrer dritten WM-Teilnahme jedoch ändern. "Stavanger war bis jetzt noch kein guter Boden für uns, aber vielleicht wird's ja ausgerechnet bei der WM anders", meinte die ältere der niederösterreichischen Schwestern weiter. Trainiert wurde nach dem "nicht so guten" siebenten Platz beim CEV-Turnier in Berlin zu Hause im Waldviertel, aufgrund des Schlechtwetters allerdings vorwiegend in der Kraftkammer. Am Freitag wartet mit Oshejko/Baburina (UKR-37) eine lösbare Auftaktaufgabe.
Doppler hat mit Neopartner Mellitzer, der erst im April von der Halle auf Sand gewechselt ist, aufgrund des Trainingsrückstandes noch keine Erfolgserlebnisse verbuchen können. Die beiden 28-Jährigen haben vor der WM kein einziges World-Tour-Spiel bestritten, auf der Europa-Tour reichte es erst zu einem einzigen Sieg. Doppler/Mellitzer haben Olympia 2012 als Fernziel definiert, dementsprechend gedämpft sind die Erwartungen für die WM. "Unser Ziel ist es, die Gruppenphase zu überstehen, aber die WM kommt für uns wohl noch zu früh", meinte Doppler.
Deutsche Hürde
Die starken Deutschen Klemperer/Koreng sind die erste Hürde in der Gruppenphase. "Sie sind klarer Favorit in unserer Gruppe. Dieses Spiel ist für den Aufstieg nicht so von Bedeutung, es ist eher ein gutes Warm-up für die entscheidenden Duelle gegen Biza/Rotrekl (CZE) und Mesa/Lario (ESP)", meinte Doppler.
Auch Sara Montagnolli/Barbara Hansel dürften für einen Spitzenplatz kaum infrage kommen. Die 30-jährige Montagnolli bestreitet ihre bereits sechste WM, ein 17. Platz im Vorjahr in Gstaad mit Sabine Swoboda war dabei das beste Ergebnis. In Stavanger kommen auf die Paarung bei ihrer zweiten gemeinsamen WM mit Ana Paula/Shelda (BRA) und Arvaniti/Tsiartsiani (GRE) zwei harte Brocken zu. "Wir wollen auf jeden Fall aus unserer Gruppe, die jedoch echt stark ist, aufsteigen", erklärte Trainer Leonardo Laurenco da Silva. Das ÖVV-Gespann wird wohl mit den Britinnen Boulton/Johns um Gruppenplatz drei kämpfen.
Gleiches gilt für Ex-Europameister Gartmayer mit Huber. Beide müssen gegen Jennings/Fuerbringer (USA) und die Europameister Schuil/Nummerdor (NED) antreten. Einzig die Italiener Varnier/Nicolai scheinen in Reichweite.
(apa/red)
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