Knappes Rennen bei der Wahl in Albanien:
Leichte Vorteile für den Mitte-Rechts-Block
- Anhänger der Demokraten feierten voreilig Sieg
- Lob und Tadel von internationalen Beobachtern

Bei der Parlamentswahl in Albanien liefern sich das Mitte-Rechts-Bündnis, angeführt von den regierenden Demokraten (PD), und die Wahlkoalition der Mitte-Links-Opposition um die Sozialistische Partei (PS) ein knappes Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Demokraten halten laut aktuellem Auszählungsstand bei 69 der 140 Mandate; zusammen mit Verbündeten, die mit drei Parlamentssitzen rechnen können, würden sie allerdings die absolute Mehrheit und somit den Machterhalt knapp schaffen.
Laut den Daten, die der private TV-Sender "Top Channel" auf seiner Internetseite veröffentlicht hat, kommen die Sozialisten auf 64 Mandate - gemeinsam mit kleineren Parteien des linken Spektrums wie der Sozialistischen Integrationsbewegung (LSI) auf insgesamt 68. Drei Nachwahlbefragungen hatten der PD von Premier Sali Berisha bereits die Wiederwahl vorausgesagt. Hunderte Anhänger der Demokraten feierten daraufhin etwas voreilig ihren Sieg in Tirana mit Autokorsos und Feuerwerken.
Lob & Tadel von Beobachtern
Die internationalen Beobachter in Albanien haben dem Land einen Fortschritt bei der Abhaltung von Wahlen bescheinigt. Zugleich stellten sie in einer Erklärung fest, dass es bei der Parlamentswahl am Vortag erneut Regelwidrigkeiten gab. Es sei noch zu früh, um abschließend Bilanz zu ziehen. Mann könne jedoch sagen, dass der Wahltag grundsätzlich ruhig verlaufen sei, und es habe, was die Stimmabgabe betrifft, im Vergleich zu früheren Urnengängen Verbesserungen gegeben.
Test für demokratische Reife
Die Wahl wurde vom Ausland besonders beachtet. Sie galt einmal mehr als Test für die demokratische Reife Albaniens. Denn bisher lief kein Urnengang seit dem Ende des Kommunismus 1991 ohne Zwischenfälle ab und konnte internationale Beobachter überzeugen. Albanien wurde im April in die NATO aufgenommen und bemüht sich um eine weitere Annäherung an die EU. Im Vorfeld der Wahl waren drei Politiker getötet worden. 5.000 einheimische und 450 internationale Beobachter waren am Sonntag an Ort und Stelle tätig.
(apa/red)
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