Eiserner Vorhang seit 20 Jahren Geschichte:
Fischer beim Gedenkakt mit Amtskollegen
- Budapest: "Tag, an dem die Teilung Europas endete"
- Österreichs Staatsoberhaupt mit Appell an den Iran

Spitzenpolitiker aus ganz Europa sind in Budapest zusammengekommen, um an den Fall des Eisernen Vorhangs vor 20 Jahren zu erinnern. Der ungarische Präsident Solyom würdigte den 27. Juni 1989 als den "Tag, an dem die Teilung Europas endete". "Wir haben allen Grund, gemeinsam zu feiern", sagte Solyom.
Bundespräsident Fischer leitete aus den Ereignissen vor 20 Jahren eine hauptsächliche Lehre ab: "Keine Diktatur - und mag sie auch noch so fest gefügt erscheinen - kann sich auf Dauer sicher fühlen." Fischer würdigte die Rolle Ungarns bei der Demontage des Eisernen Vorhangs, nützte seine Rede aber auch für einen politischen Appell: "Für uns in Europa ist dies ein Auftrag, im Geiste von 1989 Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Toleranz weltweit zu unterstützen", erklärte Fischer und fügte an: "Auch die Menschen im Iran haben z.B. ein Recht darauf, dass ihre Stimme gehört wird und dass Wahlen korrekt ablaufen."
An der Feier nahmen auch die Präsidenten Deutschlands, Finnlands, Sloweniens und der Schweiz sowie ranghohe Regierungsvertreter aus Polen, Großbritannien und mehr als 20 weiteren Ländern teil.
Revolution in deutscher Einheit vollendet
Auch der deutsche Bundespräsident Köhler dankte dem ungarischen Volk für seinen Mut und seine Unterstützung. Ungarn habe in der Folge die eigene demokratische Wende weiter getrieben und damit "auch den Menschen Mut (gemacht), die zu dieser Zeit in der DDR um Freiheit kämpften". Deren friedliche Revolution habe sich in der deutschen Einheit vollendet, die aber von den Deutschen "stets auch als Teil der Einigung Europas verstanden" worden sei.
Am 27. Juni 1989 hatten die damaligen Außenminister Ungarns und Österreichs, Gyula Horn und Alois Mock, symbolisch an der Grenze zwischen beiden Ländern gemeinsam den Stacheldraht durchgeschnitten und damit das Ende der Teilung Europas eingeleitet.
(apa/red)
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