Wächterrat bestätigt Wahlergebnis im Iran: Sieg von Mahmoud Ahmadinejad rechtmäßig
- Nach teilweiser Neuauszählung der Stimmen
- Präsenz der Sicherheitskräfte wurde verstärkt
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Der Wächterrat hat entschieden: Die umstrittenen Präsidentschaftswahlen im Iran sind gültig, der Sieg von Amtsinhaber Mahmoud Ahmadinejad offiziell bestätigt. Gut zwei Wochen nach der umstrittenen Wahl, gegen deren Ergebnis landesweite Proteste ausgebrochen waren, bestätigte der Wächterrat als oberste politische Instanz das Ergebnis.
Der Wächterrat hatte zuvor knapp zehn Prozent der abgegebenen Stimmen neu auszählen lassen. Mit der Nachzählung vor laufenden Kameras - von der Opposition als Farce gewertet - reagierte die iranische Führung auf die Massenproteste gegen das Wahlergebnis und Vorwürfe der Wahlfälschung. Bei dem brutalen Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen die landesweiten Demonstrationen waren zahlreiche Menschen ums Leben gekommen.
In einem Schreiben an das Innenministerium erklärte der Sprecher des Wächterrats, Ayatollah Ahmed Jannati, dass bei der Neuauszählung "keine größeren Unregelmäßigkeiten" der Abstimmung sowie der Stimmauswertung festgestellt worden seien. Daher sei das Wahlergebnis offiziell. Es seien "nur kleine Unregelmäßigkeiten aufgetaucht, die bei jeder Wahl anfallen, und somit nicht bedeutsam sind", erklärte Jannati. Nach amtlichen Angaben war Ahmadinejad bei der Wahl mit einer unerwartet klaren Mehrheit von fast 63 Prozent im Amt bestätigt worden.
Polizeikräfte in Stellung
Kurz vor der Bekanntgabe des Ergebnisses der Neuauszählung zogen in Teheran starke Polizeikräfte auf. Augenzeugen berichteten, im Norden Teherans habe das Regime die Sicherheitsmaßnahmen massiv verstärkt. Dort planten Oppositionsanhänger neue Proteste und wollten eine Menschenkette bilden. Das Mobilfunknetz in Teheran wurde erneut abgeschaltet. Am Sonntag war es nach Augenzeugenberichten erneut zu Zusammenstößen zwischen etwa 3.000 Demonstranten und der Polizei gekommen. Diese habe Tränengas und Schlagstöcke eingesetzt, um die Menge aufzulösen, hieß es. Es war die erste größere Protestaktion seit fünf Tagen.
Zwei Tage nach der Festnahme von neun einheimischen Mitarbeitern der britischen Botschaft in Teheran bemühte sich die iranische Regierung unterdessen, den Streit mit Großbritannien herunterzuspielen. Das Außenministerium erklärte auf einer Pressekonferenz, fünf der Festgenommenen seien wieder auf freiem Fuß. Gegen die übrigen vier werde noch ermittelt. Man stehe in Kontakt mit dem britischen Außenministerium, sagte Außenamtssprecher Hassan Ghaschghawi. Seine Regierung habe nicht die Absicht, die diplomatischen Beziehungen mit Großbritannien oder einem anderen Land herabzustufen.
(apa/red)
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