Fehlalarm im Atlantik: Doch keine Signale
von Airbus-Flugschreibern empfangen
- Nach Crash: Flugzeug-Wrack bleibt verschwunden
- Flugunfallermittler: "Keinerlei Signale bestätigt"

Die Hoffnung auf ein baldiges Ende der zermürbenden Sucharbeiten nach dem Wrack von Air-France-Unglücksflug 447 währte nur wenige Stunden. Französischen Flugunfallermittler verschickten eine E-Mail, die keine Zweifel daran ließ, dass von der am Pfingstmontag in den Atlantik gestürzten Airbus-Maschine weiter jede Spur fehlt.
"Keinerlei Signale von den Flugschreibern sind zum jetzigen Zeitpunkt bestätigt", hieß es dort knapp. Und auch der Kapitän des französischen Forschungsschiffes "Pourquoi Pas?", Philippe Guillemet, konnte keine besseren Nachrichten vermelden. "Ich bedauere, dass es nicht stimmt, was man in der "Monde" lesen konnte", sagte Guillemet. "Ich weiß nicht, wo das herkommt."
Fehlalarm: Hoffnungen umsonst
Die französische Tageszeitung "Le Monde", eigentlich nicht für vorschnelle Informationen bekannt, hatte für die Aufregung gesorgt. Etwa drei Wochen nach dem Absturz der Air-France-Maschine meldete sie auf ihrer Website, dass erste schwache Signale der Flugschreiber empfangen worden seien. Das französische Forschungs-U-Boot "Nautile" sei getaucht, um die Geräte zu suchen, hieß es. Es schien, als könnten die Ermittlungen der Absturzursache endlich ein großes Stück vorankommen. Doch die Hoffnungen waren umsonst. "Le Monde" hatte vermutlich das gemacht, wovor die französischen Flugunfallermittler seit dem Beginn der Untersuchungen warnen: Eine wage Vermutung zur Realität erklärt.
Bisher 50 Opfer geborgen
Auch für die Angehörigen der 228 Opfer wäre das eine wichtige Nachricht gewesen. Ein Großteil von ihnen hofft noch immer darauf, dass sie irgendwann einen Leichnam beerdigen werden können. Erst 50 Opfer sind aus den Fluten des Atlantik geborgen worden.
Ohne Wrack und Flugschreiber wird es möglicherweise nie Gewissheit geben. "Wir sind immer noch in der Phase der Suche", stellte Forschungsschiff-Kapitän Guillemet am Dienstag fest. "Wir empfangen akustische Wellen, aber leider gibt es bisher nichts Handfestes." Man müsse alle Daten analysieren. "Eine Falschmeldung ist umgelaufen."
Wettlauf gegen die Zeit
Für die Suche nach den Flugschreibern in dem mehr als 1,200 Kilometer nordöstlich der brasilianischen Festlandküste gelegenen Seegebiet bleibt nicht mehr viel Zeit. Die Geräte können in der Regel nur etwa eine Monat Signale senden. Hinzu kommt, dass sie wahrscheinlich mehrere tausend Meter tief im Atlantik liegen. (apa/red)
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