Dienstag, 23. Juni 2009

"Keine größeren Unregelmäßigkeiten": Iranischer Wächterrat lehnt Annullierung ab

  • Androhung von Gewalt bei neuerlichen Protesten
  • Anzeichen auf Machtkampf in iranischer Führungselite

Im Iran gibt es kaum mehr Chancen für eine Neuauflage der Präsidentenwahl vom 12. Juni. Der mächtige Wächterrat hat die Annullierung der umstrittenen Abstimmung ausgeschlossen. Es gebe keine Belege für größere Unregelmäßigkeiten, so die Mitteilung. Das endgültige Endergebnis der Wahlen soll am 24. Juni bekannt gegeben werden.

Die meisten Einwände gegen die Wahlen hätten Unregelmäßigkeiten betroffen, die sich bereits vor den Wahlen abgespielt haben sollen. Dafür ist der Wächterrat als Berufungsinstanz aber nicht zuständig. Der Wächterrat befasse sich nur mit Unstimmigkeiten welche die Zeit während der Wahl selbst oder die Zeit danach betreffen, so das Gremium.

Die Wahl am 12. Juni hatte nach offiziellen Angaben der erzkonservative Amtsinhaber Ahmadinejad mit fast zwei Dritteln der Stimmen für sich entschieden. Herausforderer Moussavi, Symbolfigur und Anführer der Protestbewegung, folgte mit rund elf Millionen Stimmen Abstand.

Aufruf zu weiteren Protesten
Unterdessen haben Anhänger Ahmadinejads zu einer weiteren Demonstration in Teheran aufgerufen. Sie wollen vor die britische Botschaft ziehen und gegen die angebliche Einmischung Großbritanniens in innere Angelegenheiten des Iran protestieren. Die Demonstrationen sind laut Innenministerium nicht genehmigt worden.

Großbritannien hatte wie Deutschland, Frankreich und andere westliche Länder das Wahlergebnis angezweifelt und die Einhaltung der Menschenrechte gefordert. Laut einem iranischen Parlamentsabgeordneten will das Land seinen Botschafter in London vorübergehend abberufen, damit der Diplomat über die Einmischung Großbritanniens Bericht erstattet.

Auch die EU verurteilte die "brutale Gewalt" gegen Demonstranten scharf. Unterstützung erhielt Ahmadinejad aus Russland, das die Sache zur "rein inneriranischen Sache" erklärte.

(apa/red)

23.6.2009 20:19
Vasant, 23. 06. '09 12:51
Fakten
Fast 70% der Bevölkerung im Iran ist unter 30ig Jahre und
nun hat man Hoffnung auf ein neues System, wobei es da
aber keinerlei Garantie gibt, dass dieses besser wird als
vorher.

Man hat gesehen was im Irak nach dem Fall von Saddam
passiert ist ... das totale Chaos ist ausgebrochen und
dieses Muster könnte sich wiederholen.

Jetzt mischen sich alle westlichen Länder ein und nur
Russland ist so intelligent und spricht sich dagegen aus.

Man sieht bei uns was passiert, wenn man in Brüssel
Gesetze für europäische Länder macht, die man in
deren Struktur oft gar nicht kennt!

Keiner von uns, der nicht im Iran lebt, kann meiner
Meinung nach hier mitreden und nun einen auf
Experten machen, denn andere Länder - andere Sitten!


Meine Meinung!