Dienstag, 23. Juni 2009

Mehr Wähler als Wahlberechtigte im Iran: Wächterrat stellt Unregelmäßigkeiten fest

  • Mehr als drei Millionen Stimmen sind davon betroffen
  • Iran überlegt euopäische Diplomaten auszuweisen
    Blutige Proteste auf Teherans Straßen halten an

Der iranische Wächterrat hat Unregelmäßigkeiten bei der umstrittenen Präsidentenwahl eingeräumt. In 50 Wahlbezirken seien mehr Stimmen abgegeben worden als es Wahlberechtigte gegeben habe, sagte Ratssprecher Abbas Ali Kadkhodai laut einer Meldung auf der Webseite des staatlichen Fernsehens. Dies ändere jedoch nichts am Wahlsieg von Amtsinhaber Mahmoud Ahmadinejad. Unterdessen drohten die Revolutionsgarden mit Härte gegen oppositionelle Demonstranten. Der Iran erwägt weiters die Ausweisung europäischer Diplomaten aus dem Land.

Das staatliche Fernsehen zitierte den Sprecher am Montag mit den Worten, vorläufige Untersuchungen des Rates hätten ergeben, dass in 50 Wahlbezirken mehr Stimmen abgegeben wurden als Wähler registriert gewesen seien. Die drei unterlegenen Präsidentschaftskandidaten, die Unstimmigkeiten bei der Wahl moniert hatten, hätten allerdings Unregelmäßigkeiten in zu vielen Wahlbezirken beklagt. Die Nachrichtenagentur Fars meldete, die gescheiterten Herausforderer des wiedergewählten Amtsinhabers Ahmadinejad hätten Unregelmäßigkeiten in 80 bis 170 der 366 Wahlbezirke bemängelt. Er gehe davon aus, dass die Unregelmäßigkeiten keinen "großen Einfluss" auf das Wahlergebnis gehabt hätten, betonte Kadkhodai.

Es war unwahrscheinlich, dass die Erklärung des Wächterrats die Opposition besänftigen wird, der der Staatsmacht Wahlbetrug vorwirft. Der frühere Präsident Mohammad Khatami sagte, es sei keine Lösung, "Beschwerden an Gremien zu übergeben, die die Rechte der Menschen beschützen sollen, aber selbst Ziel von Kritik sind". Er betonte seine Unterstützung für die Demonstranten: "Protest in einer zivilisierten und Störungen vermeidenden Art ist das entschiedene Recht des Volkes und alle müssen das respektieren."

Zeichen des Protests
Auch der Oppositionsführer und gescheiterte Präsidentschaftskandidat Mir-Hossein Moussavi sicherte den Demonstranten weiter seine Unterstützung zu. Er schrieb auf seiner Webseite: "Das Land gehört euch... gegen Lügen und Betrug zu protestieren ist euer Recht." Er warnte aber seine Anhänger vor drohender weiterer Gewalt. Moussavi forderte erneut eine Überprüfung des amtlichen Wahlergebnisses durch ein unabhängiges Gremium. Seine Anhänger rief er auf, am späten Nachmittag als Zeichen des Protests die Scheinwerfer ihrer Autos einzuschalten.

Die iranischen Revolutionsgarden haben unterdessen auf ihrer Internetseite Demonstranten mit Härte gedroht. "In der gegenwärtig angespannten Lage ... werden die Garden Randalierern und Gesetzesbrechern entschlossen in revolutionärer Weise entgegentreten", hieß es auf der Webseite der regierungstreuen Gardisten. Man werde nicht zögern, sich unerlaubten Demonstrationen von geschlagenen Präsidentschaftskandidaten entgegenzustellen. Zugleich warnten die Garden den Westen vor einer Unterstützung von "Randalierern".

Ausweisung europäischer Diplomaten
Angesichts der Kritik des Westens an dem Vorgehen Teherans nach der Wiederwahl Ahmadinejads erwägt der Iran die Ausweisung europäischer Diplomaten. Außenamtssprecher Hassan Ghashghavi sagte in Teheran, über diese drastische Maßnahme werde derzeit in seinem Haus sowie im Parlament beraten. Er beschuldigte auch die europäischen Medien, sie würden ihren Regierungen bei "der Unterstützung des Anarchismus" behilflich sein. Die Behörden haben die Möglichkeiten ausländischer Berichterstatter stark eingeschränkt. Eine unabhängige Vor-Ort-Berichterstattung ist daher derzeit nicht möglich.

Ahmadinejad kritisierte die USA und Großbritannien für ihre Reaktionen auf die Gewalt gegen die Demonstranten. "Mit diesem Verhalten werden Sie nicht zu den Freunden des Iran gehören", sagte er offenbar an die Adresse von US-Präsident Barack Obama. Dieser hatte am Samstag die iranischen Behörden aufgerufen, "alle gewaltsamen und nicht gerechtfertigten Maßnahmen gegen ihr eigenes Volk" einzustellen.

(apa/red)

23.6.2009 09:24
grenzenlos24, 22. 06. '09 11:34
Österreichische Logik
Also was Wahlunregelmässigkeiten im Iran mit den Rechten der Österreicher zu tun hat verstehe ich nicht.
Es ist traurig, dass wir Menschen kaum über den Status von Insekten herauskommen, wobei dies wohl durch Insekten durchaus beleidigend interpretiert werden kann, die fressen sich gegenseitig auf, ohne einander in wahren Hasspredigten vorher zu demoralisieren. Die Menschheit steht vor einer Fülle von Problemen, die sie nur ZUSAMMEN bewältigen kann und anstattdessen, meucheln wir uns vorher gegenseitig in einem total unbegründeten Anfall von Haß, Bravo Menschheit, bravo!!!!
Vasant, 22. 06. '09 11:56
Re: Österreichische Logik
Was hat dann eine Demonstration in Wien mit den
Wahlen im Iran zu tun? Du hast recht mit Faymann
und Pröll werden wir die Probleme im Iran ZUSAMMEN
lösen! Wir haben hier genug Probleme, aber hauptsache
wir kümmern uns um die Probleme im Iran! Das ist eine
tolle Logik!

Bleib bitte weiter bei deinen Überlegungen zum Thema
Insekten, weil für mehr wirds auch nicht reichen so wie
ich das hier herauslesen kann und das hat nichts mit
Hass zu tun, sondern mit Menschenverstand!

Jeder der sich dort einmischt, der hat in Zukunft noch
mehr Probleme und wird als "Feind" angesehen und egal
wer dort in Zukunft an der Macht ist, glaubst es wird
dadurch besser? Da träumen Menschen vom Weltfrieden!


Meine Meinung!
SunshineState, 22. 06. '09 12:04
Re: Österreichische Logik
Ihr Gurmenschen immer mit eurem ZUSAMMEN!! Manche Dinge passen nun halt mal nicht zusammen. Auch in der Tierwelt kann ein Eisbär nicht mit einer Giraffe den selben Lebensraum haben. Und so ist es bei den Menschen eben auch. Ist das so schwer zu kappieren?
grenzenlos24, 22. 06. '09 14:46
Re: Österreichische Logik
Ujegerle da waren wir aber ein wenig nachlässig in den letzten F-Klassenstunden, es heisst GUTMENSCHEN, jetzt hastas schon so oft geübt und noch immer machst du Fehler, mir wird bei deinem Schreibstil bald nix mehr überbleiben als dich des Landes zu verweisen.

Und Vasant ich hoffe du meinst mit den Problemen die hier zu "lösen" sind nicht dich selbst das wäre natürlich dann schon ziemlich arg. Aber ich denke der Vergleich mit den Insekten war wirklich zuweit hergeholt, da ja Insekten im Vergleich zu "rechtsdrehenden Milchbubis" über Gehirn verfügen, danke auf jedenfall für den Hinweis....
SunshineState, 22. 06. '09 15:14
Re: Österreichische Logik
Nun mach Dir mal nicht in die Hose wegen eines Tippfehlers. Wenn Du Gehirn hättest würdest Du auch so verstehen was gemeint ist.
Vasant, 22. 06. '09 11:25
Mal ehrlich ...
Unlängst haben sich die Inder, die eigentlich als sehr
friedlich gelten, bei uns niedergemetzelt und nun sind
die Iraner (teilweise auch Radikale!) auf der Ringstrasse.

Wenn ein Österreicher sich aufregt, wegen wohlgemerkt,
krimineller Ausländer, dann wird er als Antisemit, Rassist,
Nazi und Radikaler mundtot gemacht, aber wenn hier
andere Radikale sich austoben, dann fällt das unter den
Punkt "Menschenrechte"? Also was da derzeit abgeht ist
eine Verarschung der Österreicher!

Bei uns kannst alles machen und als Österreicher hast
brutal gsagt, alles zu akzeptieren und die Goschn zu
halten ... so kanns aber bitte auch nicht weitergehen!

Wo bleiben die Rechte der Österreicher?


Meine Meinung!
SunshineState, 22. 06. '09 12:45
Re: Mal ehrlich ...
Wir haben überhaupt keine Rechte mehr.
Was würde wohl passieren wenn sich 1000 Österreicher im Iran zusammentun um gegen unsere Regierung zu protestieren? Wie lange würden die dort wohl marschieren?
SunshineState, 22. 06. '09 08:59
Peter Pilz
will jetzt die österreichische Botschaft für die Protestanten öffnen" Wie will er denn ganz Teheran dort hinein pferchen? Oder sollen wir gleich alle Iraner zu uns karren?
maierhofer____, 22. 06. '09 10:55
Re: Peter Pilz
Das ist wohl das mindeste... Normalerweise sollten alle Botschaften in Teheran die Pforten für die gejagten Demonstranten und vor allem Journalisten öffnen...