Erwin Pröll for President: Josef Pröll über
eine mögliche Kandidatur seines Onkels
- NEWS-Interview: "Verwandtschaft ist kein Hindernis"
- Der Machtkampf um die Wiener Hofburg ist entbrannt

·NEWS-Umfrage: Ein Drittel schon für Pröll!
Das Bundespräsidenten-
Rennen ist jetzt eröffnet
·Wahlkampf um die Hofburg via Facebook
Heinz Fischer und Erwin Pröll im Online-Duell
ÖVP-Chef Josef Pröll über die allfällige Bundespräsidentschaft seines Onkels Erwin Pröll: Diese würde eigene Karrierepläne, 2013 Bundeskanzler zu werden, nicht gefährden.
NEWS: Die SPÖ ätzt, die Familie Pröll sei im Höhenrausch. Befinden Sie sich ebendort?
Pröll: Definitiv nicht, ich bin in den Niederungen der harten Arbeit zur Krisenbewältigung für die Republik. Daher nehme ich derartige Aussagen mit gewisser Distanz eher amüsiert wahr.
NEWS: Die ÖVP wird, sagen Sie, über die Präsidentschaftskandidatur erst im Herbst entscheiden. Von Bundespräsident Heinz Fischer wird das schon im Juli erwartet. Kommen Sie nicht in Zugzwang?
Pröll: Für die ÖVP ist eines klar, und das will ich auch als Parteichef: einen möglichst kurzen Wahlkampf zur Hofburg! Es gibt in der Politik genug zu tun und zu arbeiten, als dass wir uns knapp nach der Europawahl schon wieder in Wahlauseinandersetzungen ergehen sollten. Deshalb wird die ÖVP zum gegebenen Zeitpunkt und völlig unabhängig davon, welche Partei mit wem und wann ins Rennen geht, ihre Entscheidung treffen. Im Herbst wäre das aus meiner Sicht früh genug.
NEWS: Können Sie damit wirklich zuwarten, sollte Fischer vielleicht schon im Juli seine Wiederkandidatur bekannt geben?
Pröll: Wir werden schauen, was der Herr Bundespräsident am 5. Juli in der TV-Pressestunde sagt, was er tut, was er nicht sagen und nicht tun wird oder ob er seine Entscheidung offen lässt. Wir richten uns nicht zwangs- läufig nach solchen Daten.
NEWS: Sie sagten unlängst, spätestens 2013 Bundeskanzler sein zu wollen. Sollte Ihr Onkel Erwin Pröll vorher, 2010, Bundespräsident werden wäre das nicht der Hemmschuh für Sie, in dem Sinn, dass eine Familie nicht zugleich die höchsten Staatsämter besetzen soll?
Pröll: (lachend) Nein! Ich halte von solchen Zuordnungen gar nichts! Das eine ist das Amt des Bundespräsidenten, das andere das Amt des Kanzlers. Die WählerInnen wissen, wie ich hoffe, ganz genau, wie dann ein paar Jahre später die Entscheidung zu treffen ist um die nächste Führung in dieser Republik. Auch wenn verwandtschaftliche Beziehungen gegeben sind!
NEWS: Schon, aber manche könnten dann fragen: Wie viele Prölls verträgt Österreich denn eigentlich? Selbst Kanzler Werner Faymann höhnt Sie beide schon, zu dritt würden Sie auch noch den Nationalratspräsidenten verlangen
Pröll: Der Werner Faymann, denke ich, sollte sich keine Gedanken über die Prölls machen, sondern zuallererst einmal über den Zustand seiner eigenen Partei, die SPÖ. Das müsste ihn doch mehr interessieren als die Führungsstärke der ÖVP. Hans Dichand hat einen Wunsch zum Ausdruck gebracht, aber dieser wird weder Erwin Pröll noch mich verleiten, voreilige oder falsche Entscheidungen zu treffen. Sondern: Wir, und das habe ich beim Erwin lernen können, stärken uns aus einem aus der Arbeit für die Leute, aus den Kontakten mit den Bürgern, mit klaren Zielsetzungen und Entscheidungen. Dann wird der Wähler entschei-den, sonst niemand!
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