Donnerstag, 25. Juni 2009

950.000 Albertina-Kunstwerke in Gefahr: Evakuierte Sammlung bleibt vorerst im Haus

  • Räumung des Depots als "reine Vorsichtsmaßnahme"
  • Projektteam adaptiert externe Lagermöglichkeit

Als "reine Vorsichtsmaßnahme" bezeichnet der Direktor der Albertina, Klaus Albrecht Schröder, die Räumung des Depots nach dem Wasserschaden. Die 950.000 betroffenen Kunstwerke werden in einem ersten Schritt in "internen Räumlichkeiten" der Albertina untergebracht und sollen erst in einem zweiten Schritt an einen sicheren Ort in Österreich - "höchstwahrscheinlich Wien" - gebracht werden.

Sollte die Ursache des Wasserschadens in der Zwischenzeit bekannt und beseitigt werden, würde die Evakuierung gestoppt. Der Museumsbetrieb ist von den Räumungsarbeiten nicht betroffen.

Die Räumung sei zwar aufwendig und personalintensiv, erscheine ihm aber "unvermeidlich, solange wir die Ursache des Wassereinbruchs nicht kennen und daher den Mangel auch nicht beheben können", so der Museumsdirektor. Für eine längerfristige Auslagerung sei ein Projektteam derzeit damit befasst, ein entsprechend großes Depot außerhalb der Albertina zu adaptieren und einzurichten. Im schlechtesten Fall müsse man über zwölf Monate das Depot räumen.

Die "kritische Phase der ersten zwölf Stunden" sei erfolgreich bewältigt, teilte der Direktor mit. Dennoch seien Hunderte Schutzverpackungen der Kunstwerke teilweise bzw. zur Gänze durchnässt worden. Nach wie vor gibt es bisher aber keine Schadensfeststellung an einem Kunstwerk.

Sollte die Ursache für das Eintreten des Wassers gefunden werden, werde Schröder jedenfalls "nicht zögern, die Evakuierung und Räumung des Depots jederzeit zu stoppen und die Sammlung an ihren angestammten Platz zurückzubringen". Burghauptmannschaft, Architekten, Techniker und Generalunternehmer, die das Depot errichtet und ausgestattet haben, sind seit Mittwoch "mit Hochdruck" dabei, die Ursache zu finden. Derzeit sei noch nicht einmal klar, ob es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Regen und Wassereintritt gebe.

(apa/red)

25.6.2009 15:00