Dienstag, 23. Juni 2009

"Soko Ost" gerät ins Kreuzfeuer der Kritik:
Spezialeinheit für Faymann "keine Lösung"

  • Auch Bundesländer gegen Abzug von Beamten
  • Pühringer: "Wir brauchen jeden einzelnen Polizisten"

Innenministerin Maria Fekter hat sich mit ihrem Plan einer eigenen "Soko Ost" für den Raum Wien in den eigenen Parteireihen nicht nur Freunde gemacht. Der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer sprach sich entschieden dagegen aus. Bundeskanzler Werner Faymann sieht in der Maßnahme, die ab Juli in der Bundeshauptstadt, in Niederösterreich und dem Burgenland den Kampf gegen die gestiegene Einbruchskriminalität verbessern soll, "keine Lösung" für die Personalprobleme bei der Polizei.

200 Mann werden für die Soko drei Monate lang aus den betroffenen Bundesländern, sowie Oberösterreich, Kärnten und der Steiermark abgezogen. Zwar unterstütze er diesen Schritt grundsätzlich, dies sei aber kein Ersatz für zusätzliche Beamte, betonte der Bundeskanzler nach dem Ministerrat und wiederholte seine Forderung nach 2.000 weiteren Planstellen bei der Polizei. Durch die Verlagerung der "Soko Ost" würde zwar in einigen Regionen etwas weniger Personal fehlen, in anderen dafür aber mehr, meinte er. "Das unterstütze ich grundsätzlich, sage aber ganz offen, das löst nicht das Problem."

Aufstockung der Mittel?
Laut Faymann wurde Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek bei der Regierungssitzung beauftragt, gemeinsam mit Fekter und Finanzminister Josef Pröll über den Sommer zu klären, wie eine Aufstockung bei der Polizei finanziert werden kann. Details wollte der Bundeskanzler dazu nicht nennen. Dem Vernehmen nach wird angedacht, im Stellenplan der Regierung vorhandene, derzeit nicht besetzte Planstellen aus anderen Ressorts in das Innenministerium umzuschichten und mit neuen Polizisten zu besetzen.

Fekters Parteikollege Landeshauptmann Josef Pühringer (V) zeigte sich gegenüber der APA von der Soko wenig begeistert: "Ich habe Verständnis dafür, dass sich die Innenministerin auf die gute Qualität der oberösterreichischen Polizisten verlassen möchte, aber wir brauchen jeden einzelnen im Land. Ich kann den Plänen nicht zustimmen." Er habe Fekter in einem persönlichen Gespräch bereits gebeten, die Kritik der Länder ernst zu nehmen.

Unmut im Burgenland
Unmut gibt es vor allem im Burgenland, das mit 90 Beamte die meisten Polizisten zur Verfügung stellen soll. Im Landesvorstand wurde am Montag ein einstimmiger Beschluss gefasst, der diesen Plan ablehne, erklärte Ernst Schmid, Präsident des Sozialdemokratischen Gemeindevertreterverbandes (GVV) in einer Aussendung. Die Maßnahme würde "die Sicherheit der Bevölkerung im Grenzraum ernsthaft gefährdet". In Oberpullendorf ist für Samstagvormittag vor dem Bezirkspolizeikommando ein Protesttag von Kommunalpolitikern "gegen den Sicherheits-Anschlag" durch den Beamten-Abzug geplant. Der Bezirk ist laut GVV mit 32 abzustellenden Polizisten vom Erlass der Innenministerin am stärksten betroffen.

Ein Zeichen für eine existenzbedrohende Krise der Polizei ortete der Grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz. Er forderte wie FPÖ-Sicherheitssprecher Harald Vilimsky eine Aufstockung der Beamten. Auch die SPÖ, das BZÖ und die FPÖ in Oberösterreich sprachen sich wie die burgenländischen Freiheitlichen, das steirische BZÖ und die AUF/Exekutive Wien (Aktionsgemeinschaft Unabhängiger und Freiheitlicher) gegen den Abzug von Beamten aus.

Die Innenministerin verteidigte die geplante Sondereinheit gegen die harsche Kritik: "Wir müssen die Mannschaft dort zum Einsatz bringen, wo wir sie brauchen" und das sei in diesem Fall der östliche Ballungsraum, sagte sie. Im Gegenzug habe es auch schon befristete Personalzuteilungen der Polizei an andere Bundesländer, etwa im Wintertourismus, gegeben. Die Soko sei zu dem eine befristete Initiative.
(apa/red)

23.6.2009 17:06
Vasant, 24. 06. '09 10:18
Fekter und Ideen! Das passt einfach nicht!
Also eine Umschichtung der Polizei, die jetzt schon massiv
unterbesetzt ist, sowas kann nur jemandem einfallen, der
keine Ahnung von Politik hat!

Wenn man endlich paar Millionen weniger nach Brüssel
verschenken würde, dann könnte man ca. 2.000 weitere
Polizisten finanzieren und man staune ... es wären auch
2000 weitere Arbeitsplätze zur Verfügung!

Was bringt es uns, wenn man zwar in Brüssel für
Österreich, und das ist ja schon ein Witz, Gesetze
macht, diese hier aber aus Personalmangel nicht
mal umsetzen kann? Da beißt sich doch der Hund
in den eigenen Schwanz!

Die EU-ÖVP sollte mal dort den Hebel ansetzen,
wo es Sinn macht und die Zahlungen einschränken!
Aber man will sich ja die Freunde in Brüssel nicht
verscheuchen und somit zahlt wieder mal Österreich
drauf!
irgendwer01, 23. 06. '09 16:14
Zu wenig Polizei !
Wennn man am Wochenende nächtens mit dem Auto von der Arbeit heimfährt, wurdere ich mich desöfteren wo denn die Unterbesetzung der Exekutive sein soll. Da kann man dann der zweiten Polizeistreife die einem zur Kontrolle aufhält schon sagen, sie sollen Ihre Kollegen 10 km vorher anfunken, die einem schon kontrolliert haben. Wenn wir von der pingeligen Kontrolle der STVO wegkommen bräuchten wir keine zusätzlichen Polizisten. Von den unzähligen Kurzparkzonenwächtern ganz abgesehen. Schult die um zu Polizisten, aber ich denke für so was haben diese Personen leider zu wenig Grips !
KuehlerBlonder, 07. 07. '09 08:58
Re: Zu wenig Polizei !
Wenn sich alle Verkehrsteilnehmer an die STVO halten würden bräuchten wir keine pingeligen Kontrollen machen. Aber es ist anscheinend in Mode Geschwindikeitsvorgaben, Sperrlinien, Ampeln, Überholverbote etc. nicht zu beachten.
derberg, 23. 06. '09 15:38
soko ost
wenn jetzt über neuaufnahmen gesprochen wird, muß klar sein- dass diese in frühestens 3 jahre zur verfügung stehen- man bedenke dass ca 4000 beamte während der letzten 10 jahre eingespart wurden- begonnen haben damit die roten unter minister schlögl- es braucht keiner der verantwortlichen politiker die schuld auf die anderen schieben
ich muss ja lachen wenn ich unsere verlogenen politiker zum thema sicherheit höre
vor kurzem fand ein aufnahmetest statt- wo den anwesenden interessenten vom offizier erklärt wurde- dass sowieso niemand dran kommt- weil keine ausbildungsplätze vorhanden sind......................
jede dienststelle in den umliegenden bundesländern von wien ist unterbesetzt- während der haupturlaubszeit ist die personalnot sowieso eine katastrophe u jetzt müssen 200 nach wien
Verbesserer, 23. 06. '09 14:11
Am Besten 1000 zusätzliche Polizisten pro Bundesland
und alle mit einem Parteibüchl von der SPÖ.
Einfacher wäre es, sich mit Scheinasylanten weniger Arbeit zu machen
MrWise, 23. 06. '09 14:51
Asylanten
1. Jeder Asylant muss arbeiten dürfen
2. Asylverfahren dürfen nur mehr 3 Monate dauern
3. Ein Einspruch gegen das Verfahren ist nur max. 2x möglich, danach Abschiebung
4. Auch Österreicher nehmen zur Kenntnis, dass wir froh sein können über Einwanderer, die zukünftig unsere Pensionen zahlen
5. Die Debatte über Asylkriminelle gibt es dann nicht mehr