Montag, 29. Juni 2009

Lage in Hochwassergebieten angespannt: Wetterprognosen verheißen nichts Gutes

  • Weitere teils heftige Regenfälle werden vorhergesagt
  • Zahlreiche Hangrutsche. Neues Hochwasser in Steyr
    In Burgenland besonders Bezirk Güssing betroffen

Das Hochwasser hält Teile Österreichs weiter in Atem: In Oberösterreich, Niederösterreich, der Steiermark und dem Burgenland kämpfen die Menschen gegen über die Ufer getretene Flüsse, volle Keller und unpassierbaren Straßen. Im oststeierischen Bezirk Feldbach war die Situation weiterhin äußerst angespannt: Hier wurden im Laufe des Tages rund 60 neue Hangrutschungen gemeldet. Und die Wetter-Prognose der Meteorologen für die kommenden Tage verheißt nichts Gutes.

20 der rund 60 neuen Hangrutschungen in Feldbach wurden von Geologen intensiv betreut, da Gebäude in akuter Gefahr seien. Etwa 100 weitere Hangrutschungen wurden als latent gefährlich eingestuft. Insgesamt wurden rund 18.000 Quadratmeter Folien ausgelegt, um aufgeweichtes Erdreich vor weiteren Niederschlägen zu schützen. Zuvor waren im Bezirk mehrere Wohnhäuser evakuiert worden.

Der Ortskern von Hatzendorf (Bezirk Feldbach), der unter Wasser stand, konnte wieder von der Überschwemmung befreit werden. Die hochwasserbedingte Sperre der B115 zwischen Hieflau und Radmer und zwischen Eisenerz und Hieflau konnte ebenso aufgehoben werden wie die Sperre der L127 nach Radmer: Der obersteirische Ort war zuvor nach tagelangem Regen erneut von der Außenwelt abgeschnitten worden. Die Stromversorgung von Radmer war aber nach wie vor unterbrochen.

Prekäre Situation in Klingfurth
Die Flusspegel der niederösterreichischen Flüsse - vor allem jene der Donau-Zubringer - waren ebenfalls beängstigend hoch. Laut Helfern könne von Entspannung keine Rede sein, Feuerwehr und Bundesheer waren mit je 500 Mann im Einsatz. Besonders prekär schien die Situation in Klingfurth (Bezirk Wiener Neustadt), wo ein instabiler Hang die Sicherungsarbeiten behinderte.

Auch die Hochwassersituation in Steyr in Oberösterreich war besorgniserregend. Der Wasserpegel stieg durch die anhaltenden Niederschläge abermals an. Sowohl der Ennskai als auch der Ortskai und der Paddlerweg waren überflutet. Der Pegelstand betrug 4,18 Meter. Als Hochwasser gilt in Steyr ein Pegelstand am Ortskai über drei Meter.

Güssing schwer betroffen
Im Burgenland war vor allem der Bezirk Güssing von Überschwemmungen betroffen. In der Nacht auf Montag war die Strem wieder über die Ufer getreten. Die Gemeinde Gattendorf (Bezirk Neusiedl am See) war aufgrund eines aufgeweichten Dammes im niederösterreichischen Deutsch Brodersdorf gefährdet.

Laut ersten groben Schätzungen von Versicherungen könnte sich der Gesamtschaden in Österreich auf 100 Millionen Euro belaufen. Die Dimensionen des Jahres 2002 werde man aber nicht erreichen, erwarten Branchenexperten. Damals waren die versicherten Schäden bei 420 Mio. Euro gelegen.

(apa/red)

29.6.2009 22:36