Dienstag, 16. Juni 2009

Bei Do&Co 2 - Sorge um Kitzbühel & Co, Demel Nr.2 für New York

  • Sonderabschreibung für Kunden AUA lastet auf Ergebnis
  • Dogudan hofft auf neue Großevent-Verträge durch Fußball-Boom Wien/APA =

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 (per 31. März) hat der Wiener Caterer Do&Co trotz eines Umsatzanstiegs um 9,3 Prozent auf 387,78 Mio. Euro wegen Sonderbelastungen einen Einbruch beim konsolidierten Betriebsergebnis (Ebit) um 41,3 Prozent auf 8,61 Mio. Euro verbucht. Gedrückt wurde das Ergebnis vor allem durch eine "Neubewertung" des Cateringvertrages mit der AUA, was Abschreibungen von 3,41 Mio. Euro erforderte. Dazu kamen einmalige Kosten von 1,33 Mio. Euro im Zuge des Abbaus von 120 Do&Co-Mitarbeitern.

Das um die Einmalkosten für Personalreduktionen und die außerplanmäßige Abschreibung im Airline-Catering bereinigte Ebit beträgt 13,35 Mio. Euro, was einem Minus von 8,9 Prozent entspricht. Das Ebitda ging im Jahresvergleich um 4,3 Prozent auf 28,83 Mio. Euro zurück.

Die Sparte Airline Catering lag im Berichtsjahr mit 246,84 Mio. Euro um 2 Prozent unter dem Vorjahr. Das entspricht einem Anteil am Konzernumsatz von 64 Prozent. Im Gegensatz zum Geschäft mit der AUA seien die internationalen Standorte in dieser Division - vor allem das Türkei-Geschäft - trotz sehr volatilen Umfelds - für Do&Co stabil verlaufen. Do&Co zählt mehr als 60 Fluglinien als Kunden. Derzeit in Ausschreibung befinde sich das Catering-Geschäft der British Airways (BA) für die Kurzstrecke, wo Dogudan hofft, ebenfalls zum Zug zu kommen.

In der Türkei hat Firmenchef Attila Dogudan vor zwei Jahren mit den Turkish Airlines, dem Hauptkunden von Do&Co in der Türkei, das 50:50-Joint-Venture Turkish Do&Co gegründet. Im Gegensatz zur AUA investiere Turkish Airlines nach wie vor in Qualitätsverbesserungen im Bordservice und gewinne damit nachhaltig Marktanteile, so Dogudan, der hier noch großes Potenzial sieht.

Der Umsatz im International Event Catering stieg 2008/09 - wegen der Fußball-Europameisterschaft EURO 2008 - um 85 Prozent auf 76,87 Mio. Euro. Wie die Formel 1 vor 20 Jahren, "die derzeit eher mit sich selbst beschäftigt ist", gebe er derzeit eine Aufbruchstimmung im Fußball, von der Do&Co profitieren möchte. Reiten und Tennis laufe "stabil". Noch nicht entschieden ist, ob Dogudan den Catering-Vertrag für das Hahnenkammrennen in Kitzbühel verlängert bekomme.

Überlegt werde für Österreich auch eine "junge Gastro-Schiene", die auf Basis eines "To Go"-Konzeptes Bioprodukte anbietet.

Im Segment Restaurants, Lounges & Hotel ist der Umsatz um 5 Prozent auf 64,06 Mio. Euro gestiegen, was unter anderem auf die Neueröffnung des Demel in New York und der Lufthansa First Class Lounges am New Yorker Flughafen JFK zurückzuführen sei. Die Auslastung in den Restaurants, auch in Wien, sei nach wie vor gut. Nicht zufrieden ist Dogudan mit dem neuen Demel im Plaza Hotel in New York, wo die Location "suboptimal" sei. Daher schaue man sich derzeit um einen zweiten Standort in der Upper East Side oder der 5th Avenue um, aber nicht als Ersatz für die erste Niederlassung.

Die Do&Co-Gruppe beschäftigt derzeit weltweit 3.835 Mitarbeiter, etwa 1.000 davon in Österreich. Nach den 120 Kündigungen gebe es vorerst keinen weiteren Bedarf, sagte Dogudan. Ausschließen kann er dies für die Zukunft aber nicht.

(apa/red)

16.6.2009 14:49