Exxon muss eine Milliarde Dollar zahlen:
20 Jahre nach Ölpest vor der Küste Alaskas
- Gesunkener Tanker Exxon Valdez bescherte Ölpest
- Ölkonzern soll Zinsen von 500 Millionen nachzahlen

20 Jahre nach der schweren Ölpest durch den Tanker "Exxon Valdez" vor Alaska hat ein kalifornisches Berufungsgericht Strafgelder in Millionenhöhe festgesetzt. Zusätzlich zur bereits gerichtlich festgelegten Strafsumme von 507 Mio. Dollar an Fischer und Anrainer im US-Staat Alaska muss der Ölkonzern Exxon Mobil den Geschädigten rückwirkend Zinsen in Höhe von rund 500 Mio. Dollar zahlen.
Damit wird sich die Auszahlungssumme von derzeit je rund 15.000 Dollar für die etwa 33.000 Geschädigten voraussichtlich verdoppeln. Exxon kann gegen die Entscheidung noch in Berufung gehen.
In einem ersten Prozess hatte ein Gericht in Anchorage Exxon noch zu fünf Milliarden Dollar Entschädigung verurteilt, in Berufungsprozessen wurde diese Summe immer weiter gekürzt. Das Oberste Gericht in Washington hatte die Strafsumme im vergangenen Jahr von zuletzt 2,5 Milliarden Dollar auf 507,5 Millionen Dollar reduziert.
Die Zinsfrage war jedoch offen geblieben und wurde daher nun erneut in San Francisco verhandelt. Exxon hatte argumentiert, dass Zinsen erst seit Festlegung der aktuellen Strafsumme durch das Oberste Gericht im vergangenen Jahr anfallen könnten. Das Berufungsgericht entschied jedoch anders: Die Zinsen von 5,9 Prozent pro Jahr sind demnach rückwirkend bis 1996 fällig, als die erste Entschädigungssumme gerichtlich festgelegt wurde.
Die "Exxon Valdez" war am 23. März 1989 im Prince-William-Sund auf Grund gelaufen. Aus den Tanks traten etwa 41 Millionen Liter Öl aus und verschmutzten die Küste auf einer Länge von mehr als 2.000 Kilometern. 250.000 Seevögel und Meerestiere fielen der Ölpest zum Opfer.
(apa/red)
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