Montag, 15. Juni 2009

"Es hat sich leider nichts getan": Heinisch- Hosek für eine verpflichtende Frauenquote

  • Modell: 40% Frauen, 40% Männer, 20% verhandelbar
  • Gehaltstransparenz: Löhne bald öffentlich zugänglich?

"Ich stehe zu meiner Vision einer gesetzlich verpflichtenden Frauenquote", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek bei der EU-Gleichbehandlungskonferenz in Brüssel. "Bei Frauen in Führungspositionen hat sich leider nichts getan." Eine Quote wäre das "wirksamste Mittel", um hier etwas zu ändern. Sie sehe nicht ein, "Potenziale und Talente von Frauen so brachliegen zu lassen". In Aufsichtsräten kann sich Heinisch-Hosek eine Regelung vorstellen, dass es eine 40-Prozent-Quote für Frauen, 40 Prozent für Männer gibt "und der Rest ist frei verhandelbar".

In Österreich habe sich die Situation von Frauen in Aufsichtsräten sogar verschlechtert. "Zuletzt waren es nur mehr 8,7 Prozent, wir sind schon bei neun Prozent gelegen." Dass Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner erklärt habe, er sei gegen eine Quotenregelung, schreckt Heinisch-Hosek nicht ab. Mitterlehner habe schon gesagt, er wolle auch mehr Frauen, sei aber gegen eine gesetzliche Festschreibung. Trotzdem glaube sie, dass sich bei diesem Thema "etwas bewegt: Leider sind aber Frauen auch manchmal zufriedener und hinterfragen nicht, was sie wert sind".

Österreich noch hinter Estland
Zum Problem der nach wie vor hohen Gehaltsunterschiede von Frauen und Männern - Österreich liegt hinter Estland am zweitschlechtesten Platz in der EU - sagte die Ministerin, dies sei auf den extrem hohen Anteil von Teilzeitarbeiterinnen zurückzuführen. Um dem entgegen zu treten, sei es wichtig, die "Voraussetzungen zu schaffen", damit diese Frauen - vorwiegend Alleinerzieherinnen - durch den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen zu einer Vollzeitarbeit gelangen könnten. "Teilzeitarbeit kann eine Falle sein."

Zu kritischen Stimmen in Deutschland, dass dort fast nur Unternehmen vom Staat gefördert werden, die vorwiegend Männer beschäftigen, stellte Heinisch-Hosek fest: "Das will ich sicher nicht, wenn das so ist." In Österreich diskutiere man schon lange darüber, wie man das bestehende Vergaberecht um Gender-Kriterien erweitern könne.

Gesetz für Gehaltstransparenz
Eine wesentliche Forderung der Ministerin ist, im Gleichbehandlungsgesetz die Gehaltstransparenz festzuschreiben. "Die Unternehmen sollen aufzeigen, in welchen Bereichen sie wie entlohnen. Frauen und Männer könnten dann sehen, ob sie diskriminiert werden oder nicht. Das Gesetz solle alle Betriebe ab 25 Mitarbeitern erfassen, die Gehälter sollten auf der Firmenhomepage veröffentlicht werden. "Transparenz ist der erste Schritt und hilft Frauen."

Was das Kindergeld betrifft, ist Heinisch-Hosek dafür, die drei bestehenden Varianten beizubehalten. Ab 2010 soll es das einkommensabhängige Kindergeld geben, eine Variante von zwölf plus zwei Monaten, wobei die Untergrenze 1.000 Euro monatlich und die Obergrenze 2.000 Euro beträgt, sonst 80 Prozent des Letztgehalts.

(apa/red)

15.6.2009 21:28
rodian, 16. 06. '09 15:49
Frauenquote
Demnaechst werden auch die Männer per Quotenregelung gezwungen 50% der Kinder auf die Welt zu bringen. So viel zur Regulierungs und Profilierungswut einiger weltfremder Frauen. Habt Ihr schon einmal überlegt, was eine Firma machen soll, wenn eine Führungskraft für ein Jahr ausfällt? Auch in Karenz gehen? Vorschlag zur Güte: eine Frau die eine Quotenregelung für Fuhrunskräfte anstrebt muß über der Memopause sein oder sich sterilisieren lassen.(Nur ein Vorschlag, nicht ganz ernst gemeint, aber soll die Problematik ein bißchen aufzeigen)
Antal, 16. 06. '09 04:53
Frauenquote
Eine "verpflichtende" Frauenquote ist blanker Schwachsinn. Auf andere Länder zu blicken ebenfalls. Dass in nördlichen Staaten die Frauenquote höher ist als in südlichen ist auch bekannt aber warum eine Verpflichtung? Wenn eine Verpflichtung warum nicht auch im umgekehrten Sinn? Es gibt Berufe wo Frauen absolut fehl am Platz sind und es gibt welche wo sie absolut in der Mehrheit sind. Warum eine Verpflichtung? Wer glaubt mit einer Verpflichtung etwas zu erreichen ist fehl am Platz und fern jeder Realität. Wir haben leider schon bemerkt wie fern der Realität die SPÖ ist. Die Wahlen haben es deutlich gemacht. Überlegt den Schachsinn nochmals oder die SPÖ ist bald Dritte.
Verbesserer, 15. 06. '09 23:56
Von Quoten halte ich nichts.
Minister(in) soll für das Amt geeignet sein. Habe von den letzten Regierungen schlechte Eindrücke gesammelt. Aber es waren nicht nur Frauen schlechte Minister.