Montag, 15. Juni 2009

Georg Pölzl erklimmt den Post-Chefsessel:
Steirer ab 1. Oktober Vorstandsvorsitzender

  • 52-Jähriger erhält Arbeitsvertrag bis September 2014
  • Soll Post auf die Liberalisierung 2011 vorbereiten

Der Chef des deutschen Mobilfunkers T-Mobile, der Steirer Georg Pölzl (52), wird ab 1. Oktober 2009 neuer Vorstandsvorsitzender der österreichischen Post, wie der Aufsichtsrat beschlossen hat. Rudolf Jettmar bleibt Finanzvorstand und stellvertretender Generaldirektor. Pölzls Vertrag laufe bis 30. September 2014, teilte die Post AG mit.

"Wir können mit Dr. Georg Pölzl einen hervorragenden, international tätigen Manager gewinnen, der einen beeindruckenden beruflichen Werdegang vorweist", sagte Aufsichtsratspräsident Peter Michaelis laut Aussendung. Für den interimistischen Vorstandschef Jettmar ergänzt Pölzl "in hervorragender Weise durch seine Erfahrung im hart umkämpften liberalisierten Telekom-Markt den Vorstand der Österreichischen Post".

Georg Pölzl ist seit Anfang 2009 Sprecher der Geschäftsführung von T-Mobile Deutschland. Zuvor war er als Sonderbeauftragter des Vorstands der Deutschen Telekom für die Umsetzung eines Restrukturierungsprogramms verantwortlich. Vor seinem Wechsel nach Deutschland leitete Pölzl neun Jahre lang die T-Mobile Austria in Wien.

Vorbereitung auf die Liberalisierung
Pölzl soll als neuer Post-Generaldirektor seinem Ruf als Sanierer gerecht werden und das Unternehmen auf die endgültige Liberalisierung des Briefmarktes im Jahr 2011 vorbereiten. Das neue Postmarktgesetz soll für einen fairen Wettbewerb zwischen Post und privaten Dienstleistern sorgen.

Ein weiteres heißes Eisen ist die geplante Schließung von 293 Postämtern, deren Dienstleistungen künftig von 450 sogenannten "Post-Partnern" angeboten werden sollen. Laut ORF-Fernsehen haben die Post-Betriebsräte im Aufsichtsrat gegen die Bestellung Pölzls gestimmt.

(apa/red)

15.6.2009 14:12