Mittwoch, 24. Juni 2009

"Furia Roja" hungert nach nächster Beute:
Spanien begnügt sich nicht mit Rekordmarke

  • Sieg im Confed Cup bleibt Ziel des Europameisters
  • Gastgeber Südafrika darf sich bei "Kiwis" bedanken

Die spanische Fußball-Nationalmannschaft hat mit dem 15. Länderspiel-Sieg in Serie einen neuen Weltrekord aufgestellt. Der Erfolgshunger des Europameisters ist damit aber noch lange nicht gestillt, im heutigen Halbfinale des Confederations Cup soll der nächste Rekord geknackt, am Sonntag im Endspiel schlussendlich der Titel geholt werden. "Es war sehr wichtig für uns, in die Geschichtsbücher einzugehen. Jetzt wollen wir aber mehr", betonte Spaniens Stürmerstar Fernando Torres.

Die Truppe von Coach Vicente Del Bosque gab sich auch im dritten Gruppenspiel keine Blöße, gewann schlussendlich vor 38.212 Zuschauern in Bloemfontein gegen Gastgeber Südafrika verdient mit 2:0 und blieb somit zum 14. Mal in den vergangenen 16 Spielen ohne Gegentreffer. "Wir sind müde, aber wir wollen den Confed Cup gewinnen", sagte Torres, der gemeinsam mit seinem Sturmpartner David Villa die Torschützenliste mit drei Treffern anführt.

Am Mittwoch geht es für Villa und Co. nun neuerlich in Bloemfontein gegen den Zweitplatzierten der B-Gruppe und auch darum, die ungeschlagene Serie auf 36 Partien auszubauen, was einen neuerlichen Weltrekord (derzeit hält auch Brasilien - Dezember 1993 bis Jänner 1996 - bei 35 Partien) bringen würde. "Ich bin sehr glücklich", sagte Del Bosque. Nun gelte es den enormen Erfolg der Mannschaft, die zum letzten Mal im November 2006 verloren hat (0:1 gegen Rumänien), weiter auszubauen.

Auch die Gastgeber hatten trotz der Niederlage Grund zur Freude. "Jetzt ist alles okay für uns, wir sind weitergekommen, ich bin sehr glücklich", meinte Südafrikas Trainer Joel Santana. Und Offensivspieler Steven Pienaar fügte hinzu: "Wir sind glücklich, durchgekommen zu sein." Die "Bafana Bafana" trifft am Donnerstag in Johannesburg auf den B-Gruppensieger. "Egal gegen wen, wir werden ein gutes Spiel machen", versprach Santana.

Schützenhilfe von Neuseeland
Der Gastgeber konnte sich auf die Schützenhilfe von Neuseeland verlassen. Die "Kiwis" holten mit dem 0:0 gegen den Irak, dem ein 2:0-Sieg zum Aufstieg gereicht hätte, zum ersten Mal überhaupt in einem Confed-Cup-Spiel im neunten Anlauf (bisherige Auftritte 1999 und 2003) einen Punkt. "Es ist schön, zum ersten Mal einen Punkt zu holen", meinte der zum Spieler des Tages gewählte Shane Smeltz.

Coach Rikki Herbert sprach von einem Meilenstein. "Wir haben sehr viel von dem Turnier gelernt. Hoffentlich werden wir im nächsten Jahr wiederkommen", sagte der Neuseeland-Coach. Seine Elf matcht sich als Ozeanien-Sieger in einem Play-off mit Bahrain oder Saudi Arabien um ein WM-Ticket.

Irak nicht unzufrieden
Die Neuseeländer schafften es allerdings genauso wie der Irak nicht, in drei Spielen ein Tor zu erzielen. Iraks Kurzzeit-Trainer Bora Milutinovic war trotzdem nicht unzufrieden. "Ich bin sehr glücklich mit dieser Leistung und stolz auf meine Spieler. Sie haben wie in allen Spielen gezeigt, dass sie Talent und taktisches Verständnis haben", resümierte der 64-jährige Serbe.

Dessen Kontrakt endete mit dem Ausscheiden beim Confed-Cup, Iraks Fußball-Verbands-Präsident Hussein Said Mohammed wünscht sich allerdings einen Verbleib des Weltenbummlers. "Ich bin ein Trainer, es hängt von den Angeboten ab, man wird sehen, ich will nichts ausschließen", ließ sich Milutinovic nicht in die Karten blicken. Es sei nicht die richtige Zeit, um über seine Zukunft zu sprechen.

Wahrscheinlicher scheint jedenfalls, dass der Serbe eine neue Herausforderung sucht, er schloss nämlich etwa nicht aus, 2010 bei der WM in Südafrika, für die sich der Irak nicht qualifiziert hat, auf der Betreuerbank zu sitzen. Milutinovic hat bereits fünf verschiedene Teams bei der WM gecoacht und hält damit alleinig den Weltrekord.
(ap/red)

24.6.2009 07:22