Abschied eines Motorsport-Klassikers:
Letzter Formel-1-Grand-Prix in Silverstone
- Wehmut: "Strecke hat alles, was man als Fahrer liebt"
- Britischer Grand Prix ab nächstem Jahr in Donington

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Das "Home of British Motor Racing" - am Wochenende ist es vorerst zum letzten Mal Schauplatz eines Formel-1-Grand-Prix. 1950 hatte die Königsklasse in Silverstone ihre Geburtsstunde erlebt, ab 2010 wird der britische GP in Donington Park ausgetragen. Im Fahrerfeld stößt der Wechsel auf die hauptsächlich aus der Motorrad-WM bekannten Strecke nicht nur auf Gegenliebe - zu beliebt war der schnelle Kurs in Silverstone.
Nicht nur Tradition und Fans haben es den Piloten angetan, auch die Strecke selbst. "Ich liebe Silverstone. Es ist der perfekte Platz, um Rennen zu fahren. Die schnellen Kurven lassen dich Power und Grip von Formel-1-Autos wirklich spüren", erklärte Weltmeister Lewis Hamilton. Bis zu vier G werden auf dem Areal erreicht, das der britischen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg als Flugfeld zur Ausbildung von Bomber-Piloten gedient hatte.
Seile und Heuballen
Am Anfang standen daher auch die klassischen Flugplatz-Rennen, das erste 1948 unter teils chaotischen Bedingungen. Die Zuschauer waren lediglich durch ein Seil von der höchstens durch Heuballen gesicherten Strecke getrennt. Im Mai 1950 gewann der Italiener Giuseppe Farina auf Alfa Romeo den ersten WM-Lauf der Geschichte, im Jahr darauf bescherte der Argentinier Jose Froilan Gonzalez Ferrari seinen ersten Sieg in der Königsklasse.
Die Hoffnung auf eine Rückkehr nach Silverstone wollen viele noch immer nicht aufgeben. Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone hat der Kultstrecke in der Grafschaft Northamptonshire aber schon eine Absage erteilt - selbst wenn die Adaption des Donington Park wie befürchtet nicht rechtzeitig für 2010 abgeschlossen ist. "Wenn Donington nicht fertig wird, lassen wir eben ein Jahr aus", sagte Ecclestone. "Ich will den britischen Grand Prix nicht verlieren, aber nach Silverstone gehen wir sicher nicht zurück."
Kein Platz für Nostalgie
Für Nostalgie bleibt in Zeiten der Expansion in neue Märkte im Mittleren Osten und in Asien kein Platz. In der laufenden Saison sind bereits die Rennen in Montreal und Magny-Cours aus dem Kalender gefallen - zugunsten des Saisonfinales auf einem neuen Kurs in Abu Dhabi. Mit dem Wegfall von Silverstone bleiben neben dem Stadtrennen in Monte Carlo primär noch Monza und Spa als europäische Klassiker mit über Jahre gewachsener F1-Tradition.
Die Fahrer wollen den Abschied genießen - allen voran WM-Leader Jenson Button. "Es wäre großartig, hier zu gewinnen. Die Strecke hat alles, was man als Fahrer liebt", meinte der Lokalmatador. "Es ist die Atmosphäre, aber auch das Layout des Kurses. Er ist schnell und fließend - eine der großen Strecken der Vergangenheit." Einer Vergangenheit mit vielen Erinnerungen. Vor allem die zahlreichen Briten in der Formel 1 verbindet einiges mit Silverstone. Fast alle haben dort ihren ersten Grand Prix miterlebt.
(apa/red)
