Mittwoch, 17. Juni 2009

Lynndie England lässt Bombe platzen:
"Habe noch 800 weitere Abu-Ghraib-Bilder"

  • Großer Schaden für Weißes Haus bei Veröffentlichung
  • Fotos als "tickende Zeitbombe" für US-Behörden

Fünf Jahre ist es her seit die schockierenden Bilder der US-Soldatin Lynndie England aus dem Foltergefängnis Abu Ghraib um die Welt gingen. Doch das traurige Kapitel scheint noch lange nicht abgeschlossen. In einem Interview mit der britischen Zeitung "Daily Mail" verkündete England sie besitze noch 800 weitere unveröffentlichte Bilder aus ihrer Zeit in Abu Ghraib. Brisante Bilder, deren Veröffentlichung dem Weißen Haus und der US-Armee großen Schaden zufügen könnten.

Roy T. Hardy, der Anwalt von England, bestätigte der Zeitung gegenüber die Existenz der Fotos. Nähere Detail dazu wollte er allerdings nicht preisgeben.

Mehrere hundert Fotografien befinden sich bereits im Besitz der US-Regierung und werden von Obama weiterhin unter Verschluss gehalten.
Unkar ist derzeit, ob die Behörden von den "neuen" Bildern wussten, oder ob es sich tatsächlich um noch unbekannte Aufnahmen handelt.

Tickende Zeitbombe
Für den Autor Gary Winkler, der eine Biographie über England verfasste, stellen die Fotos eine tickende Zeitbombe für die US-Behörden dar. Hardy werde die Bilder an den Meistbietenden verkaufen, sagte der Schriftsteller gegenüber der "Daily Mail".

Die bereits sichergestellten Folter-Aufnahmen werden unterdessen von der US-Regierung weiter zurückgehalten. Auf den Fotos sind nach Angaben von Ex-Generalmajor Antonio Taguba auch Vergewaltigungen abgebildet. Taguba, der die Untersuchungen zu den Misshandlungen im berüchtigten Gefängnis von Abu Ghraib leitete, sagte der Londoner Zeitung "The Daily Telegraph", er unterstütze die Entscheidung Obamas, die Bilder nicht zu veröffentlichen.

US-General: Fotos gefährden Truppen
Die Freigabe der Fotos könne nur zu juristischen Klagen führen und gefährde die Sicherheit der US-Truppen. "Die Beschreibung der Bilder ist schon schlimm genug, glauben sie mir", sagte Taguba. Laut "Daily Telegraph" zeigen die Bilder schlimmere Vergehen als bisher bekannt. Eines zeige, wie ein US-Soldat eine Gefangene vergewaltige, ein anderes wie ein männlicher Übersetzer einen männlichen Gefangenen vergewaltige. (apa/red)

17.6.2009 11:05
Ulf01, 17. 06. '09 22:13
Und diese Nation gebärdet sich als "Weltpolizist"?
Berichte wie dieser sind nur ein Beweis mehr, dass die USA auch nicht besser sind als so mancher Chaotenstaat dem sie sagen wollen was Recht ist.
iounothing, 17. 06. '09 22:36
Re: Und diese Nation gebärdet sich als
Bloß der Beweis dafür, dass es überall Arschlöcher gibt. In jedem Staat, in jeder Armee. Hat jeder US-Soldat solche Verbrechen begangen?
sidestep, 17. 06. '09 12:09
Das ist die unmenschliche #Fratze des Krieges
Das ist die unmenschliche Fratze des Krieges. Menschen von Politikern wie einem Bush in den Krieg gehetzt, entfesselt und ohne menschliche Züge gebärden sich als wären sie Tiere - oder besser sind zu Tieren geworden. Dass man jetzt mit solchen Bildern auch noch Geschäfte machen will und sie an den Bestbietenden verkaufen will ist mindestens so schlimm wie die begangenen Verbrechen selbst! Der, der solche Bilder kauft und sie an die Öffentlichkeit bringt müsste - im Sinne der Opfer - selbst in das Gefängnis gehen.
Eniya, 17. 06. '09 11:21
Unglaublich
Das ist ja wirklich unglaublich ekelhaft und unmenschlich!