Trauertag für getötete Demonstranten: Wieder Zehntausende auf den Straßen
- Moussavi fordert seine Anhänger zur Ruhe auf
- Spannung vor Rede von Revolutionsführer Khamenei
·Massenproteste über gesamten Iran verteilt
GRAFIK: In welchen Städten demonstriert wird
·Was sagt die Welt eigentlich zum Iran?
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zu China und England
·Iraner lassen sich Stimme nicht nehmen
BILDER: Proteste trotz Demoverbot und Zensur
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Kommentar: Kabarettist Michael Niavarani
·Besondere Stellung des Präsidenten
Demokratische Elemente unter Kontrolle des Klerus
·Die asiatische Regionalmacht Iran
Nur drei Länder liefern mehr Öl als der Iran

Am Tag vor einem mit Spannung erwarteten Auftritt des obersten, geistlichen iranischen Führers Ajatollah Ali Khamenei hat die Protestbewegung im Land öffentlich um die Toten der vergangenen Tage getrauert. Der Wächterrat lud unterdessen die drei unterlegenen Kandidaten der umstrittenen Präsidentschaftswahl, darunter die Leitfigur der Protestbewegung, Mir-Hossein Moussavi, für Samstag ein, an einer Prüfung der Wahlergebnisse teilzunehmen, um die schwersten Unruhen im Iran seit 30 Jahren zu entschärfen.
Moussavi forderte seinen Anhang auf, die seit Tagen andauernden Massenproteste für Neuwahlen sollten so ruhig und unaufgeregt wie möglich fortgesetzt werden und unter dem Zeichen der Trauer stehen. Alle sollten dabei schwarze Kleidung tragen. Dem Staatsfernsehen zufolge kamen dabei bisher acht Menschen ums Leben. Moussavis Anhänger kleiden sich ansonsten in Grün, der Farbe seiner Wahlkampagne. Die Demonstranten sollten mit dieser Strategie offenbar eine zu große Provokation der Staatsmacht vermeiden.
Die Demonstranten zogen vor das UNO-Gebäude in Teheran. Sie hielten nach Angaben von Augenzeugen Transparente in die Höhe, auf denen stand: "UN - wo seid ihr?" Zehntausende versammelten sich trotz Demonstrationsverbot nach Augenzeugenberichten auch am im Süden Teherans. Moussavi selbst wollte dort zum zweiten Mal nach der Wahl am vergangenen Freitag öffentlich auftreten.
Verlässliche Angaben aus dem Iran waren auch wegen des geltenden Berichterstattungsverbotes für ausländische Medienvertreter von den Demonstrationen schwierig. Die staatlichen Medien stellten jedoch erstmals Bilder von den Moussavi-freundlichen Demonstrationen zur Verfügung.
Neuerliche Festnahme
Mit dem früheren Außenminister Ebrahim Yazdi wurde unterdessen ein weiteres Mitglied der Oppositionsbewegung festgenommen. Wie ein Anhänger von Yazdis Organisation "Freiheitsbewegung" berichtete, nahmen Sicherheitsleute den Oppositionspolitiker am Vortag bei einer Untersuchung im Krankenhaus fest. Er ist einer von Dutzenden Reformkräften und etlichen Demonstranten, die seit der umstrittenen Wahl verhaftet worden sind. Die Behörden nahmen dazu nicht Stellung.
Mit Spannung wird der Auftritt von Revolutionsführer Khamenei erwartet, der am Freitag, dem islamischen Feiertag, die Gebete in Teheran anführen wird. Es wird vermutet, dass er sich dabei zur Situation nach der umstrittenen Wahl äußern wird. Zur gleichen Zeit wollten Anhänger von Präsident Mahmoud Ahmadinejad mit einer Demonstration ein Zeichen der Stärke setzen.
Offiziellen Angaben zufolge war Amtsinhaber Ahmadinejad aus der Präsidentenwahl als klarer Sieger hervorgegangen. Dies löste die Massenproteste aus.
(apa/red)
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