Dienstag, 16. Juni 2009

Bischöfe zu Besuch beim Chef im Vatikan:
Probleme der heimischen Kirche als Themen

  • Schönborn, Kapellari, Kothgasser & Schwarz in Rom
  • Gesprächsbedarf nach Affäre um Pfarrer Wagner

Benedikt XVI. hat im Vatikan die Spitzen der österreichischen Bischofskonferenz empfangen. Schwerpunkt der seit längerer Zeit vereinbarten Gesprächen waren "die Probleme der Kirche in Österreich", berichtete der vatikanische Pressesprecher Pater Federico Lombardi.

Am Treffen mit dem Papst beteiligten sich der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Kardinal Christoph Schönborn, sein Stellvertreter, der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari, der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser und der Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz. Anwesend waren auch der neue Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, sowie hochrangige Kurienmitglieder, vor allem aus der Bischofskongregation unter der Leitung von Kardinal Giovanni Battista Re. Diese Kongregation hatte sich um das Treffen zwischen dem Papst und den österreichischen Bischöfen bemüht.

Zwischen den österreichischen Bischöfen und dem Vatikan gibt es nach der missglückten Bestellung eines neuen Linzer Weihbischofs im Februar viel Gesprächsbedarf. Nach massiver Kritik an seiner Berufung hatte der erzkonservative Pfarrer von Windischgarsten, Gerhard Maria Wagner, Mitte Februar einen Rückzieher gemacht. Kardinal Schönborn kritisierte damals, dass der Vatikan bei der Ernennung Wagners ein "verkürztes Verfahren" gewählt habe. Der Vatikan akzeptierte den von Wagner als freiwillig dargestellten Rücktritt erst mit mehr als zwei Wochen Verspätung Anfang März.

Die österreichischen Bischöfe werden die Gespräche im Vatikan auch heute fortsetzen. Danach könnte eine Presseaussendung über die Inhalte des Treffens veröffentlicht werden, sagte Lombardi. Nach der Rückkehr der österreichischen Bischöfe aus Rom beginnt am Mittwoch die Sommerversammlung der Bischofskonferenz in Mariazell.
(apa/red)

16.6.2009 06:53