Bangen um restliche sechs Jemen-Geiseln: Auch drei Kleinkinder noch immer vermisst
- Drei ausländische Helferinnen wurden bereits getötet

Die jemenitischen Sicherheitskräfte haben ihre Suche nach den sechs verbliebenen Geiseln aus Deutschland und Großbritannien ausgeweitet. In der Stadt Saada demonstrierten Hunderte Menschen und forderten die Festnahme der Kidnapper. Präsident Ali Abdullah Saleh setzte für Hinweise eine Belohnung von 250.000 Dollar (180.636 Euro) aus.
An der Suche in Saada beteiligten sich auch viele Zivilisten als Freiwillige, hieß es. "Kein Ort bietet den Entführern und Mördern Sicherheit, selbst wenn sie sich tief unter der Erde verstecken sollten", erklärte das Ministerium. Augenzeugen in Saada sagten, die Sicherheitskräfte hätten zusätzlich mehrere Hundertschaften der Polizei und Soldaten mit Hubschraubern in die Provinz verlegt. Auch ein deutsches Ermittlerteam soll im Jemen bei der Suche helfen.
Drei Geiseln getötet
Nördlich der Hauptstadt Sanaa waren ursprünglich neun Ausländer verschleppt worden. Drei von ihnen wurden getötet: Zwei Studentinnen aus Deutschland und eine südkoreanische Lehrerin. Ihre Leichen wurden am Montag gefunden. Von den restlichen sechs Geiseln - ein deutsches Ehepaar mit drei Kleinkindern und ein Brite - fehlt bisher jede Spur. Die Ausländer hatten alle in Saada im Jumhuri-Krankenhaus gearbeitet.
Ob sie von Kriminellen oder von islamistischen Terroristen verschleppt wurden, ist bisher völlig unklar. Bewaffnete Stammesangehörige, die im Jemen gelegentlich Ausländer entführen, um dadurch die Regierung zu erpressen, scheiden als Täter nach Ansicht von Experten aus. Der Mord an den drei Frauen verstoße gegen die ungeschriebenen Gesetze der arabischen Stämme.
Im Jemen protestierten Hunderte von Anhängern des schiitischen Rebellenführers Abdulmalik al-Houthi gegen die Entführung und Ermordung der Frauen. Eine Sprecher der islamistischen Bewegung sagte, die Demonstranten hätten während ihres Protestzuges in der von den Rebellen kontrollierten Ortschaft Dhahian die positive Rolle der ausländischen Helfer im Jumhuri-Krankenhaus hervorgehoben. Gleichzeitig begann in der Provinzhauptstadt Saada eine ähnliche Protestdemonstration regierungstreuer Jemeniten.
(apa/red)
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