Sonntag, 21. Juni 2009

Nur Sekunden geschlafen - 34 Verletzte: Schweres Busunglück auf A2 in Steiermark

  • Slowakische Jugendliche waren mit Bus auf Heimweg
  • Helfer beschreiben Unfallort als ein "Schlachtfeld"

Auf der Südautobahn ist es in der Weststeiermark zu einem verheerenden Busunfall gekommen. Vermutlich führte Sekundenschlaf des 41-jährigen Lenkers zu dem Unglück, bei dem 34 Menschen verletzt wurden. Der Bus kam von der Straße ab und krachte eine Böschung hinunter. Zehn der 48 großteils jugendlichen Insassen wurden bei dem Unfall schwer verletzt. Eine Überprüfung des Fahrtenschreibers ergab, dass der Lenker und sein Kollege die vorgeschriebenen Zeiten eingehalten hatten.

Der Unfall geschah auf der A2 zwischen Lieboch und Mooskirchen in Fahrtrichtung Graz. Der tschechische Fahrer erklärte, dass er kurz eingenickt war und deshalb von der Autobahn abkam. Der Bus durchschlug die Leitschiene und kam seitlich zu liegen.

"Schlachtfeld"
Das Rote Kreuz Steiermark sowie sechs umliegende Feuerwehren mit mehr als 100 Helfern rückten an, um die Verletzten zu versorgen. Die Einsatzkräfte sprachen von einem "Schlachtfeld". Blutüberströmte Jugendliche seien aus dem verunfallten Bus geklettert und auf die Fahrbahn gerannt, so Franz Draxler von der Freiwilligen Feuerwehr Mooskirchen.

Notarzthubschrauber im Einsatz
Der ÖAMTC-Notarzthubschrauber Christophorus 12 flog eine Schwerverletzte in das LKH Graz. Weitere zwölf Jugendliche wurden in das Landeskrankenhaus gebracht. Neun Verletzte wurden in das UKH Graz, vier in das LKH Deutschlandsberg und acht in das LKH Voitsberg überstellt. Insgesamt erlitten zehn Unfallopfer schwere Verletzungen. Sie sowie acht Leichtverletzte mussten stationär aufgenommen werden.

Autobahn stundenlang gesperrt
Während die Autobahn in dem Abschnitt für rund vier Stunden gesperrt war und ein Kran den verunfallten Bus aus dem Graben hob, wurden die übrigen Jugendlichen, die ohne Blessuren davongekommen waren, in den Wirtschaftshof Lieboch gebracht und mit Frühstück sowie Mittagessen versorgt.

Ersatzbus brachte Jugendliche heim
Das Kriseninterventionsteam (KIT) betreute die "schockierten" Burschen und Mädchen, so Markus Schobel, Bezirkskommandant des Roten Kreuz Graz-Umgebung. Gegen Mittag trafen die ersten bereits versorgten Leichtverletzten aus den Krankenhäusern ebenfalls im Hof ein. Ein Ersatzbus brachte die Jugendlichen im Laufe des Nachmittags in ihre Heimat Slowakei. Die Reisenden waren zum Zeitpunkt des Unfalls gerade am Heimweg von Italien.

Tragisches Detail: Nur rund acht Kilometer weiter bei der Raststation Kaiserwald hätten die beiden Lenker wieder tauschen sollen, denn die Tschechen wechselten alle vier Stunden am Lenkrad. Die Aufzeichnungen des Fahrtenschreibers bestätigten diese Aussagen, erklärte die Polizei.

(apa/red)

21.6.2009 16:54