Burschenschafter-Aufmarsch sorgt für
Wirbel: 1.000 Polizeibeamte im Großeinsatz
- Innsbruck: Drei Gegendemonstrationen angemeldet
- Landespolitiker üben heftige Kritik an Veranstaltung

Wie gewohnt sorgt der Kommers von schlagenden Burschenschaftern in Innsbruck für heftige Diskussionen. Das Treffen der deutsch-nationalen Korporationen fand bereits zum dritten Mal in der Landeshauptstadt statt, diesmal ist der Anlass "200 Jahre Tiroler Freiheitskampf". Wie bereits 1994 und im Jahr 2000 wurden erneut Gegendemonstrationen veranstaltet, heuer insgesamt drei. Martin Graf, Dritter Nationalratspräsident und "Alter Herr" der Wiener Burschenschaft Olympia, hielt eine Festrede.
Die Polizei will mit einem Großaufgebot möglichen Ausschreitungen vorbeugen. Rund 1.000 Beamte werden im Einsatz sein. Verhindert werden soll vor allem, dass Burschenschafter und Demonstranten aufeinandertreffen, deshalb wurden in kritischen Bereichen Platzverbote erlassen. Betroffen sind Teile des Messeareals, wo der Kommers am Abend statt findet sowie der Bergisel. Dort planen die Burschenschafter eine Gedenkfeier und eine Gegenkundgebung wurde ebenfalls angemeldet.
1,1 Mio. Euro für Großeinsatz
Polizeidirektor Thomas Angermair erklärte ausdrücklich, dass kein Grund zu übertriebener Sorge bestehe. "Es gibt bisher keine expliziten Aufrufe zur Gewaltanwendung", sagte er bei einem Pressegespräch am Donnerstag. Auch Hinweise, dass rechtsextremistische Gruppierungen anreisen werden, gebe es derzeit nicht. Beispielsweise seinen Pkw im weiteren Umkreis rund um die Messehalle abzustellen, sei dennoch nicht ratsam.
Die Kosten des Einsatzes bezifferte man bei der Polizei mit rund 1,1 Millionen Euro. Unterstützung für die Tiroler Beamten kommt sowohl aus den anderen Bundesländern als auch von Spezialeinheiten wie der Cobra. Auch ein Hubschrauber kam zum Einsatz.
Politiker üben Kritik
Mehrere Landespolitiker hatten sich im Vorfeld der Veranstaltung bereits kritisch geäußert. LHStv. Hannes Gschwentner und Soziallandesrat Gerhard Reheis erregten sich in einer gemeinsamen Aussendung vor allem über die Tatsache, dass der Festkommers in von der öffentlichen Hand subventionierten Räumlichkeiten veranstaltet werde. Auch die Haltung von Innsbrucks Bürgermeisterin Hilde Zach (Für Innsbruck) stieß auf wenig Verständnis bei den beiden SP-Politikern: "Die Bürgermeisterin beruft sich auf das demokratische Recht der Versammlungsfreiheit. Ob dieses jedoch antidemokratischen Organisationen jedenfalls eingeräumt werden muss, ist für mich zu hinterfragen", meinte Gschwentner. (apa/red)
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