Montag, 22. Juni 2009

Burschenschafter-Aufmarsch sorgt für
Wirbel: 1.000 Polizeibeamte im Großeinsatz

  • Innsbruck: Drei Gegendemonstrationen angemeldet
  • Landespolitiker üben heftige Kritik an Veranstaltung

Wie gewohnt sorgt der Kommers von schlagenden Burschenschaftern in Innsbruck für heftige Diskussionen. Das Treffen der deutsch-nationalen Korporationen fand bereits zum dritten Mal in der Landeshauptstadt statt, diesmal ist der Anlass "200 Jahre Tiroler Freiheitskampf". Wie bereits 1994 und im Jahr 2000 wurden erneut Gegendemonstrationen veranstaltet, heuer insgesamt drei. Martin Graf, Dritter Nationalratspräsident und "Alter Herr" der Wiener Burschenschaft Olympia, hielt eine Festrede.

Die Polizei will mit einem Großaufgebot möglichen Ausschreitungen vorbeugen. Rund 1.000 Beamte werden im Einsatz sein. Verhindert werden soll vor allem, dass Burschenschafter und Demonstranten aufeinandertreffen, deshalb wurden in kritischen Bereichen Platzverbote erlassen. Betroffen sind Teile des Messeareals, wo der Kommers am Abend statt findet sowie der Bergisel. Dort planen die Burschenschafter eine Gedenkfeier und eine Gegenkundgebung wurde ebenfalls angemeldet.

1,1 Mio. Euro für Großeinsatz
Polizeidirektor Thomas Angermair erklärte ausdrücklich, dass kein Grund zu übertriebener Sorge bestehe. "Es gibt bisher keine expliziten Aufrufe zur Gewaltanwendung", sagte er bei einem Pressegespräch am Donnerstag. Auch Hinweise, dass rechtsextremistische Gruppierungen anreisen werden, gebe es derzeit nicht. Beispielsweise seinen Pkw im weiteren Umkreis rund um die Messehalle abzustellen, sei dennoch nicht ratsam.

Die Kosten des Einsatzes bezifferte man bei der Polizei mit rund 1,1 Millionen Euro. Unterstützung für die Tiroler Beamten kommt sowohl aus den anderen Bundesländern als auch von Spezialeinheiten wie der Cobra. Auch ein Hubschrauber kam zum Einsatz.

Politiker üben Kritik
Mehrere Landespolitiker hatten sich im Vorfeld der Veranstaltung bereits kritisch geäußert. LHStv. Hannes Gschwentner und Soziallandesrat Gerhard Reheis erregten sich in einer gemeinsamen Aussendung vor allem über die Tatsache, dass der Festkommers in von der öffentlichen Hand subventionierten Räumlichkeiten veranstaltet werde. Auch die Haltung von Innsbrucks Bürgermeisterin Hilde Zach (Für Innsbruck) stieß auf wenig Verständnis bei den beiden SP-Politikern: "Die Bürgermeisterin beruft sich auf das demokratische Recht der Versammlungsfreiheit. Ob dieses jedoch antidemokratischen Organisationen jedenfalls eingeräumt werden muss, ist für mich zu hinterfragen", meinte Gschwentner. (apa/red)

22.6.2009 13:32
Vasant, 22. 06. '09 11:32
Eigentlich Wahnsinn!
Burschenschafter sorgen für Wirbel und wenn teilweise
radikale Iraner auf der Ringstrasse demonstrieren, dann
nennt man das "Menschenrechte"?

Also ich versteh die Welt, besser gesagt Österreich nicht
mehr!? Man legt sich die Dinge so aus, wie man sie einfach
braucht!


Meine Meinung!
hermosura, 20. 06. '09 11:34
hm...
Komischerweise sind die, die immer als die "Bösen" bezeichnet werden glaub ich nicht so gewaltbereit und angriffslustig, wie die, die sich immer als die "Guten" darstellen, denn die rufen zu Gegendemos auf und greifen an. Die sind es eigentlich, die nicht tolerant sind, wenn keine Gegendemos befürchtet werden müssten, dann müsste auch kein Megapolizeieinsatz stattfinden.
1. Versammlungsfreiheit
2. Meinungsfreiheit
3. sind nicht alle Burschenschaften schlagend, man sollte sich mal genauer mit der Thematik beschäftigen...
4. Man kann und sollte nicht versuchen mit Gewalt den Andersdenkenden die eigene Meinung aufzudrängen bzw. in dem Fall einzuprügeln...
5. wenn jemand eine andere Meinung hat als ich, schlag ich ja auch nicht zu und stell mich dann als die Gute hin...
susgrova, 20. 06. '09 07:48
Ah ja
Der gute Herr Gschwendtner bestimmt, was demokratisch ist und was nicht. Ein Spezialist vor dem Herrn ...
Wo bleibt die von den ganzen Gutmenschen vehement geforderte Toleranz für Andersdenkende? 'Wer nicht für uns ist, ist gegen uns.' So unselig hieß es schon mal.
maierhofer____, 20. 06. '09 09:32
Re: Ah ja
Wir leben in einer Demokratie... Das wichtigste sind doch freie Wahlen... Wenn jemand gegen das System der Demokratie,ist das für mich in einem demokratischen Staat Hochverrat... Nicht anders schauts aus...

Und bitte keinen Gegenvergleich mit Diktaturen etc.

Die Burschenschaften sind ja sowieso als Ausbildungsstätte für die etwas(!) gehobeneren Neo-Nazis bekannt wie die Terrorcamps in Afghanistan...