Dienstag, 9. Juni 2009

Neu! Tabletten gegen Gräserpollen-Allergie:
Wirkt langfristig gegen lästige Beschwerden

  • Ein Viertel der Bevölkerung leidet an Heuschnupfen
  • Bald auch Tablette gegen Hausstaubmilben-Allergie

Für die einen die schönste Zeit des Jahres, für die anderen die reinste Tortur: der Frühling, mit seinen blühenden Bäumen, Blumen und Gräsern. Für alle Allergiker heißt es jetzt aber "aufatmen". Eine neue Tablette soll dem Leiden langfristig den Garaus machen.

Antihistaminika und Cortison-Sprays verringern bloß die Allergie-Symptome. Die einzige Therapie, die von Grund auf gegen die Allergie wirkt, ist die "Allergie-Impfung". Allerdings war diese bis vor wenigen Jahren zwingend mit der regelmäßigen Injektion von Allergenen unter die Haut verbunden. Die neue "Gräser-Tablette" hingegen muss man lediglich täglich unter der Zunge zergehen lassen.

Gegen Pollen & Hausstaubmilben
"Das hilft bei Heuschnupfen auch langfristig, zumindest ein Jahr nach Ende der Therapie", erklärt der britische Experte Stephen Durham. Eine "Tabletten-Impfung" gegen Hausstaubmilden-Asthma ist ebenfalls in Entwicklung.

Durham hat eine Langzeitstudie mit Gräserpollen-Allergikern und Heuschnupfen durchgeführt: "24 Prozent der Bevölkerung leiden unter saisonalem Heuschnupfen. Bei 60 bis 70 Prozent lassen sich die Symptome mit Antihistaminika in Tablettenform oder Cortison-Spray in den Griff bekommen." Bei einem beträchtlichen Teil der Betroffenen reichen diese Mittel aber nicht aus.

Studie belegt Wirkung
Die Studie belegte die Wirkung des neuen Medikaments. Es kam zu einer Reduktion der Beschwerden um 32 Prozent im ersten, um 44 Prozent im zweiten und um 37 Prozent im dritten Jahr. Nach dem Ende des vierten Jahres benötigten die Versuchspersonen rund 29 Prozent weniger sonstige medikamentöse Therapie.

Gegen Hausstaubmilben
Das dänische Pharmaunternehmen ALK entwickelt eine "Tabletten-Impfung" gegen Hausstaubmilden-Allergie. Die Lungenspezialistin Vibeke Backer: "In Europa und den USA leiden rund 70 Millionen Menschen an einer Hausstaubmilben-Allergie. Die Hälfte der Fälle von allergischem Asthma ist darauf zurückzuführen. Die Patienten müssen täglich inhalierbares Cortison, Beta-Agonisten etc. einnehmen. Das wollen viele nicht."

Cortison adé!
In einer Studie zeigte sich, dass ein Drittel der Patienten, die mit einer hoch dosierten Tabletten-Impfung behandelt wurden, gänzlich auf die Einnahme von Cortison verzichten konnten. Mit dem neuen Medikament ist allerdings nicht vor dem Jahr 2012 zu rechnen. (apa/red)

9.6.2009 10:19