Androsch hat recht
- Markus R. Leeb über unvermeidbaren Jobverlust
- PLUS: Wie ist IHRE MEINUNG zu diesem Thema?
Kein Schaden ohne Häme. Der Verlust von 300 Jobs beim Leobener Leiterplattenkonzern AT&S ist ein großer Schaden für die Region, für die engagierten Beschäftigten und für Österreich. Die Häme kam postwendend. Gleich zweimal fand ich im elektronischen Posteingang die Stellungnahme eines Wirtschaftsbunddirektors, der sich über Heuschrecken-Politik der SPÖ ereiferte. Dies, weil AT&S einen prominenten Hauptaktionär hat: Hannes Androsch. Der frühere Vizekanzler und Finanzminister ist auch Aufsichtsratschef von AT&S. Der wortgewaltige Industrielle und Berater zahlreicher Spitzenpolitiker hat oft vor den Standortnachteilen in Österreich gewarnt und Maßnahmen eingefordert. Jetzt hat er konsequent gehandelt. Ich meine: Androsch hat Recht. Der Markt ist global und schnell. Wer nicht rechtzeitig reagiert, geht unter. Wer Jobs auf Biegen und Brechen hält, riskiert alles. Jobverluste sind manchmal unvermeidbar. Diese Tatsache wird uns in den kommenden Wochen noch öfter begegenen. Aber das ist immer noch besser, als ein Unternehmen geht in Konkurs. Wer aus dem Abbau von Arbeitsplätzen politisches Kleingeld schlagen will, ist fehl am Platz. Das Land braucht konstruktive Kräfte, damit es bald wieder aufwärts geht.
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