So einfach ist Erfolg: Heinz Sichrovsky zieht Bilanz über die Wiener Festwochen
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Am Ende haben einem die Festwochen nichts vorenthalten, ausgenommen ein Opernprogramm und die Antwort auf die Frage, wofür (und wie lange noch) dessen vorgeblich Verantwortlicher sein Gehalt bezieht. Mich hat der Ausfall einer ganzen Festivalsparte in die luxuriöse Muße versetzt, den grandiosen Staatsopern-Ring dreimal sehen zu können. Einmal übrigens komplett im Stehparterre, von wo ich nicht nur erfrischt wie vor 40 Jahren zurückgekehrt bin, sondern wo ich auch Damen & Herren der besten Gesellschaft angetroffen habe (ein Trend, der mir wie alle Trends entgangen war). Die Festwochen aber: Hätten sie keinen anderen Zweck, als Luc Bondy an Wien zu binden, sie wären schon legitimiert genug. Sie sind aber auch mit der Schauspielchefin Stefanie Carp privilegiert. Theater kann etwas sehr Beschwerliches sein, eine lästige Mahnung an die Begrenztheit der uns geliehenen Zeit. In diesen eineinhalb Monaten aber war sein Leuchten, nicht seine Krise zu Gast. Wir mussten nein: durften von Jürgen Gosch auf der Höhe seiner Kunst Abschied nehmen. Wir haben erlebt, wie Peter Steins Zerbrochener Krug neben Klassikern der Avantgarde wie Lepage, Marthaler, Sellars oder Kriegenburg seine Zeitlosigkeit behauptete. Für alles war Platz, nur nicht für den Stilfaschismus, mit dem eine deutschsprachige Feuilletonistenclique das Theater zerstört. So einfach ist Erfolg.
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