Samstag, 13. Juni 2009

Emirat Katar klopft bei Porsche an die Tür: Einstieg des Golf-Emirats steht kurz bevor

  • Emir will mindestens 25 Prozent des Autoherstellers
  • Sportwagenbauer braucht Darlehen für Finanzlücke

Der Einstieg des Golf-Emirats Katar bei Porsche steht nach übereinstimmenden Medien-Berichten unmittelbar bevor. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" will der Emir von Katar mindestens 25 Prozent an dem Stuttgarter Sportwagenhersteller erwerben. An diesem Wochenende wird demnach über die Modalitäten des Einstiegs beim neuen Ankeraktionär verhandelt.

Ein Porsche-Sprecher bestätigte erneut, dass mit Katar - und zwar "nur mit Katar" - verhandelt werde. "Aber wir nennen keine Details." Dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zufolge ist eine "eindeutige Mehrheit" der Familien Porsche und Piëch dafür, dass das Emirat im Zuge einer Kapitalerhöhung ein Viertel der Porsche-Stammaktien erwerben kann. Auch Ferdinand Piëch, der dem Projekt skeptisch gegenübersteht, könne es nicht mehr aufhalten.

Es wäre das erste Mal, dass Außenstehende Stammaktien an Porsche besitzen können, die bisher ausschließlich von den Familien Porsche und Piëch gehalten werden. Nach dpa-Informationen könnte eine grundsätzliche Einigung bereits im Juni unter Dach und Fach sein. Außer auf einen neuen Investor setzt Porsche vor allem auf einen Kredit der staatlichen Bank KfW. Porsche braucht das Darlehen, um eine Finanzierungslücke zu schließen, die beim Einstieg bei VW entstanden war.

Streit um Kreditantrag
Laut "Focus" gibt es hinter den Kulissen weiter Streit um den Kreditantrag in Höhe von 1,75 Milliarden Euro. Während KfW-Vorstand Axel Nawrath dafür sei, gebe es im Regierungslager Widerstand. Sowohl der deutsche Finanzminister Steinbrück als auch Wirtschaftsminister Guttenberg ehnten das Porsche-Darlehen demnach entschieden ab.

Aus Sicht des Landes Niedersachsen, das rund 20 Prozent der Aktien des VW-Konzerns hält und damit eine umstrittene Sperrminorität innehat, müsse Porsche nun nicht in den VW-Konzern integriert werden, sagte Ministerpräsident Christian Wulff. Niedersachsen wäre einverstanden, "wenn Porsches Vorhaben, VW zu übernehmen, rückabgewickelt wird", so Wulff.

(apa/red)

13.6.2009 22:57