Zuschlag für Magna noch nicht gegessen?
Stronach-Konzern will 11.600 Jobs abbauen
- Andere Opel-Interessenten scharren in Startlöchern
- Gespräche mit anderen Investoren laufen weiter
·Wien-Aspern darf für
Opel Getriebe bauen
Magna will Produktion
aus Bochum abziehen
·Ein Autoriese unter
italienischer Flagge
Chryslers Übernahme
durch Fiat ist beschlossen
·Weniger Eigenkapital für Opel-Übernahme
Magna und Sberbank bringen 100 Mio Euro auf

Trotz der angepeilten Übernahme durch den kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna gibt es neue Interessenten für Opel. Die deutsche Bundesregierung sei weiter im Gespräch mit anderen Investoren, darunter auch bisher unbekannte, sagte der deutsche Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) vor Journalisten in Berlin. Magna plant im Falle einer Übernahme einem deutschen Zeitungsbericht zufolge, etwas mehr Stellen abzubauen als bisher bekannt.
Magna wolle europaweit rund 11.600 Stellen streichen, berichtete die Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf einen vorläufigen operativen Geschäftsplan der Firma. Zuvor war schon von einem Abbau von 10.000 bis 11.000 Stellen bei einem Magna-Einstieg die Rede gewesen, davon 2.500 in Deutschland.
Laut "Welt" sollen 9.500 Stellen in der Produktion wegfallen, die restlichen 2.100 Jobs im Vertrieb und in der Verwaltung. So solle die Auslastung der 14 europäischen Werke von derzeit 56 Prozent auf 96 Prozent steigen. Die Zahl der verkauften Autos solle bis 2014 von 1,16 Millionen auf 1,47 Millionen steigen.
Guttenberg sagte hingegen in Berlin, der deutschen Bundesregierung sei keine neue Zahl zum geplanten Arbeitsplatz-Abbau bekannt. Die Bundesregierung gehe weiter von der bisher genannten Streichung von 10.000 bis 11.000 Jobs aus.
Interessierte Investoren
"Es gibt immer wieder Investoren, die bei uns Interesse zeigen", fügte Guttenberg in Richtung Magna an. Dazu gehörten nicht nur die drei Bieter, die vor zwei Wochen gegen Magna unterlegen waren. Er sprach von einem weiteren chinesischen Investor, der in den vergangenen zwei Wochen Interesse gezeigt habe.
Vor zwei Wochen waren der italienische Autobauer Fiat, der US-Finanzinvestor Ripplewood und der chinesische Investor BAIC leer ausgegangen. Guttenberg sagte, es gebe weiter Gespräche mit BAIC. Zudem gehe er davon aus, dass auch Fiat weiter grundsätzlich an Opel interessiert sei.
Magna unterzeichnete Absichtserklärung
Magna hatte Anfang Juni eine Absichtserklärung zum Einstieg bei Opel unterschrieben und verhandelt mit der Opel-Mutter GM über die Ausgestaltung des Abkommens. Für die Zeit der Verhandlungen stellt Deutschland einen staatlichen Überbrückungskredit in Höhe von 1,5 Mrd. Euro bereit. Guttenberg bekräftigte, dass es mit Magna nur eine unverbindliche Absichtserklärung gebe - die Gespräche könnten auch scheitern.
Exklusive Gespräche mit Magna
Es würden daher auch Kontakte zu anderen Interessenten aufrechterhalten, sagte Guttenberg. Darunter seien auch solche, die bisher nicht öffentlich bekannt seien. Laut Guttenberg laufen aber momentan Übernahmegespräche "exklusiv" zwischen GM und Magna. Für die Bundesregierung sei die Möglichkeit begrenzt, in diese Verhandlungen einzugreifen.
Guttenberg betonte, die deutsche Bundesregierung begleite die derzeit laufenden Verhandlungen von General Motors und Magna so, "dass sie auch zu einem Erfolg geführt werden können". Es gebe aber die Möglichkeit, dass die Gespräche scheitern. "Es ist gerade im Interesse der Arbeitnehmer in Deutschland, dass man sich weiterhin nicht blind gegenüber anderen zeigt", sagte Guttenberg. Opel ist vom Staat in eine Treuhand ausgelagert worden. Magna soll nach einer Einigung mit General Motors in einem zweiten Schritt bei Opel einsteigen.
(apa/red)
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