Karstadt-Mutterkonzern Arcandor ist pleite:
50.000 Mitarbeiter in Deutschland betroffen
- Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt
- Konzern hatte vergeblich um Staatshilfe gerungen

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Ein deutscher Traditionskonzern scheint am Ende zu sein. Lange versuchte die Karstadt-Mutter Arcandor, den Staat zu Notkrediten zu überreden, um die Pleite abzuwenden. Doch alle Liebesmüh war vergeblich: Beim Essener Amtsgericht reichte der Touristik- und Handelskonzern einen Insolvenzantrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit ein. 50.000 Mitarbeitern in Deutschland wird damit die Rute ins Fenster gestellt.
Bis zuletzt versuchte Arcandor, Großaktionäre, Banken und Vermieter zu weiteren Zugeständnissen zu bewegen, um Forderungen der Bundesregierung nachzukommen. Die Bundesregierung hatte dem Konzern noch eine Chance gegeben, einen verbesserten Antrag auf einen Rettungsbeihilfekredit einzureichen. Regierungskreisen zufolge verzichtete der Konzern jedoch darauf.
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Insolvenzantrag des deutschen Karstadt-Mutterkonzern Arcandor als Chance für die Mitarbeiter bezeichnet. Das Unternehmen könne nun den Beschäftigten etwa im Zusammengehen mit Metro neue Möglichkeiten eröffnen, sagte die Kanzlerin in Berlin. Die Politik werde dies, soweit sie es könne, begleiten.
Der von Arcandor eingereichte Antrag auf Insolvenz sei aber unumgänglich gewesen, da der in Aussicht gestellte Beitrag der Eigentümer für eine staatliche Rettungsbeihilfe nicht ausreichend gewesen sei.
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Eick
Die Staatsanwaltschaft Essen hat indes gegen Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung eingeleitet. Oberstaatsanwältin Angelika Matthiesen sagte, Auslöser sei die Strafanzeige eines Privatmanns gegen den Manager. Allerdings beruhe die Anzeige lediglich auf Zeitungsartikeln zur Krise des Essener Touristik- und Handelskonzerns.
Die Aktien des Handels- und Tourismuskonzerns Arcandor sind nach Wiederaufnahme des Handels weiter abgerutscht. Sie notierten rund 35 Prozent im Minus bei 70 Cent. Die Titel waren gut eine Stunde vom Handel ausgesetzt.
Der Kölner Anwalt Klaus Hubert Görg ist zum vorläufigen Insolvenzverwalter im Fall Arcandor bestellt worden. Er sei für alle vier Insolvenzverfahren der Arcandor AG sowie der Tochterunternehmen Primondo, Karstadt Warenhaus und Quelle zuständig, teilte der Gericht mit.
(apa/red)
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