Dienstag, 9. Juni 2009

Fiat muss die Finger von Chrysler lassen:
US-Gericht hat Einstieg Riegel vorgeschoben

  • Chrysler-Aktionäre rebellierten gegen Verbindung
  • Allianz liegt bis zur finalen Entscheidung auf Eis

Die Pläne von US-Präsident Obama zur Rettung der Autoindustrie haben vor dem Obersten Gericht einen empfindlichen Rückschlag erlitten. Das Supreme Court entschied den Einstieg des italienischen Autokonzerns Fiat bei dem insolventen US-Hersteller Chrysler bis auf weiteres zu stoppen. Es gab damit dem Eilantrag von Chrysler-Aktionären statt, die die Allianz verhindern wollen.

In einer von Richterin Ruth Bader Ginsburg unterzeichneten Erklärung heißt es, die erteilte Genehmigung des Insolvenzgerichts für die Allianz von Chrysler und Fiat werde bis zu einer endgültigen Entscheidung ihrerseits oder des Obersten Gerichts als Ganzes ausgesetzt. Damit behält sich das Oberste Gericht die Möglichkeit vor, eine reguläre Anhörung zu dem Fall abzuhalten. Ginsburg gab keinen Hinweis, wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist.

Chrysler-Aktionäre legten Einspruch ein
Die Kläger, eine Gruppe von Pensionsfonds aus dem Bundesstaat Indiana, hatten zuvor den Eilantrag eingereicht. Sie wollten damit erreichen, dass die von einem Gericht in unterer Instanz gesetzte Frist für einen Aussetzung des Verkaufs bis Montag 22.00 Uhr verlängert wird. Die Kläger betrachten den Verkauf des US-Autobauers an Fiat als verfassungswidrig, weil die Ansprüche nachgeordneter Gläubiger über die Ansprüche großer Gläubiger gestellt würden.

Für Chrysler, Fiat und die US-Regierung ist der Richterspruch ein herber Rückschlag. Der Detroiter Konzern hatte erklärt, 100 Millionen Dollar für jeden weiteren Tag Verzögerung zu verlieren. Fiat hatte mit einem Rückzug aus dem Geschäft gedroht, sollte es nicht bis 15. Juni vollzogen sein. (apa/red)

9.6.2009 09:00