Montag, 8. Juni 2009

Verbund lässt sich jetzt in Bayern nieder:
Firma kauft von E.ON 13 Wasserkraftwerke

  • Stromerzeugung soll um rund neun Prozent steigen
  • Synergieeffekte mit Verbund-Tochter in Aussicht

Der Verbund erwirbt vom deutschen Versorger E.ON 13 Wasserkraftwerke am bayerischen Inn mit einer Leistung von zusammen 312 MW. Die jährliche Erzeugung der Kraftwerke beträgt 1.847 Gigawattstunden (GWh), das entspricht rund neun Prozent der gesamten Laufwasserkrafterzeugung des Verbund, teilte das mehrheitlich staatliche Unternehmen mit. Über den Kaufpreis wurde nichts mitgeteilt.

Der Erwerb der Wasserkraftwerke im wichtigsten Auslandsmarkt Deutschland soll die Vertriebs- und Handelsaktivitäten des Verbund in einem seiner definierten Kernmärkte unterstützen. Das Absatzvolumen des Verbund am deutschen Strommarkt von rund 22.700 GWh entspricht rund 40 Prozent des Gesamtabsatzes des Verbund.

Synergieeffekte versüßen Kauf
"Verbund kommt durch den Erwerb der 13 Innkraftwerke weiters in die Lage, zahlreiche Synergieeffekte mit seinen nahegelegenen Wasserkraftwerken der Verbund-Tochter Verbund-Austrian Hydro Power (AHP) zu heben", werden Motive für den geplanten Kauf erläutert. Das Closing wird für das dritte Quartal 2009 erwartet.

E.ON hatte sich im vergangenen Jahr gegenüber der EU-Kommission verpflichtet, ihr Eigentum an deutschen Kraftwerkskapazitäten mit einer Gesamtleistung von rund 5.000 MW abzugeben. "Der Verbund beabsichtigt, interessierten bayerischen Kommunen einen Anteil von bis zu 30 Prozent an den erworbenen Wasserkraftwerken anzubieten", schreibt das größte Energieunternehmen Österreichs nun.

Der Verbund verfügt im Heimmarkt Österreich über Lauf- und Speicherkraftwerke mit einer Kapazität von rund 6.600 MW. Das Unternehmen errichtet derzeit Wasserkraftwerkskapazitäten von rund 500 MW und hat bis 2015 weitere Wasserkraftwerksprojekte von rund 550 MW in Planung.
(apa/red)

8.6.2009 17:48