Kritik an Real-Angebot für Ronaldo: Mega-
Transfer stößt nicht überall auf Gegenliebe
- Wechsel würde Grenzen des Markts durchbrechen
- Auch UEFA-Präsident Michel Platini äußert Bedenken

·93 Millionen Euro
für den Weltfußballer
Real und ManU einigen sich auf Ronaldo-Transfer
·Perez bastelt an den neuen "Galaktischen"
Nach Kaka will Real auch Ribery, Villa und Ronaldo
·Mega-Transfer ist unter Dach und Fach
Kaka wechselt für 68 Millionen zu Real Madrid
·Tabelle: Primera Division 2011/2012
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Das Angebot von Real Madrid an Manchester United für Star Cristiano Ronald ist in aller Munde. Doch die 93,2 Millionen Euro, die die Spanier für den Portugiesen offerieren, werden auch kritisch betrachtet. Während der französische UEFA-Präsident Michel Platini den möglichen Transfer und die Ablöse als "übertrieben" bezeichnete, schrieb die konservative Madrider Zeitung "ABC", dass der Vizemeister die Grenzen des Fußball-Markt durchbrechen würde.
In dem Artikel heißt es wörtlich: "Auf dem Höhepunkt einer Wirtschaftskrise, so möchte man meinen, sollte auch bei den großen Fußballclubs eine gewisse Zurückhaltung beim Geldausgeben angebracht sein. Real Madrid jedoch durchbricht mit seiner Verpflichtung des portugiesischen Weltstars Cristiano Ronaldo in wirtschaftlichen schweren Zeiten alle Grenzen des Markts.
Es ist aber falsch, nun abstrakte Debatten darüber zu führen, ob ein Sportler eine bestimmte Summe wert ist oder nicht. Real-Präsident Florentino Perez hatte seinen Club schon einmal zu einem Ensemble von Superstars gemacht, damals mit durchwachsenen Resultaten. Ob die Verpflichtung von Cristiano Ronaldo eine rentable Investition ist, wird sich erst mit der Zeit zeigen."
Abschied ohne Wehmut
Fußball-England nimmt unterdessen ohne Wehmut Abschied von Cristiano Ronaldo. Rund um das Stadion Old Trafford in Manchester nahmen die Fans die Nachricht vom bevorstehenden Rekord-Transfer des Superstars zu Real Madrid eher achselzuckend und ohne große Emotionen auf. Der teuerste Spieler der Welt gab sich im fernen Los Angeles nach sechs Jahren Premier League ebenfalls nüchtern: "Ich hatte meine Zeit mit United. Nun gilt es, nach vorn zu blicken. 80 Millionen Pfund ist eine ganz schöne Summe, der Deal ist historisch."
Bei Manchester begann unterdessen die Suche nach Ersatz, mit Bayern Münchens Franck Ribery weiter ganz oben auf der Liste. Die Boulevardzeitung "Daily Mail" kritisierte Manchester für die Annahme des Rekordangebots von umgerechnet 93 Millionen Euro für Ronaldo ("Die Besten zu verkaufen, macht Dich niemals stärker") und wollte wissen: "Wo ist der Spieler, der die nächsten beiden Saisons 67 Tore für Manchester schießt?"
Andere Blätter zeigten dagegen Verständnis für die Erteilung der Freigabe und nahmen Ronaldos angebliche Selbstsucht und Eitelkeit aufs Korn. "Lebewohl, portugiesischer Pfau", schrieb der "Daily Telegraph". "Wir werden die Schönheit seines Spiels vermissen, die eleganten Slaloms und die blitzartigen Schüsse, aber nicht seine Theatralik, und dass er so von sich selbst eingenommen ist." Ronaldo habe die Seele von "ManU" nie verstanden. "Der Verein ist der Star, nicht der Spieler."
Zwar sei Ronaldo im Vergleich zu anderen berühmten Trägern des Trikots mit der Nummer 7 wie George Best, Eric Cantona oder David Beckham ein ebenso großer Virtuose, aber kein Mannschaftsspieler. "Er passt perfekt zu Real, dem glitzernden Reich der Galaktischen."
(apa/red)
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