Dienstag, 9. Juni 2009

Der FC Liverpool steht vor dem Ruin:
Muttergesellschaft ganz tief im Schuldenloch

  • 42,6 Millionen Pfund an Verlusten im letzten Jahr
  • An der Anfield Road droht ein Ausverkauf der Stars

Dem FC Liverpool stehen schwere Zeiten bevor. Die Muttergesellschaft von Englands Vizemeister Liverpool hat 2007/08 wegen ihrer hohen Schulden einen Verlust von 42,6 Millionen Pfund (49,0 Mio. Euro) ausgewiesen. Das Minus in den zwölf Monaten bis August 2008 sei zu mehr als drei Vierteln das Resultat hoher Zinszahlungen, berichtete der britische Sender BBC. Die "Kop Football Ltd.", die den amerikanischen Geschäftsleuten Tom Hicks und George Gillett gehört, hatte sich hoch verschuldet, um den Traditionsverein im Februar 2007 zu übernehmen.

Der Club selbst machte im gleichen Zeitraum einen Vorsteuergewinn von 10,2 Millionen Pfund. Schwer lasten Kredite in der Höhe von rund 400 Millionen Euro auf der Bilanz des FC Liverpool. Für Experten ist nicht nachzuvollziehen, wie die Betreibergesellschaft das Geld für die Zinsrückzahlungen aufbringen will.

Hicks und Gillett müssen bis Ende Juli weitere Kredite refinanzieren. Die Wirtschaftsprüfer der Holding gaben sich laut BBC besorgt, ob die Gesellschaft weiter operieren könne. Die Eigner zeigten sich aber optimistisch, die weitere Finanzierung sicherstellen zu können. Pläne für einen Stadion-Neubau, den Hicks und Gillett bei der Übernahme versprachen, waren zuletzt ins Stocken geraten. Die Eröffnung einer neuen Fußball-Arena werde sich "bis 2012 verzögern", hieß es in der Bilanz.

Ausschluss aus der Champions League?
Sollte der FC Liverpool zahlungsunfähig sein, würde er auch von der UEFA von den internationalen Bewerben - in diesem Fall der Champions League - ausgeschlossen werden. Damit entgingen dem Verein weitere dringend benötigte Millioneneinnahmen.

Die ohnehin ungeliebten Klubbesitzer Tom Hicks und George Gillett müssen sich auf einen Sturm der Entrüstung durch die Liverpooler Fans gefasst machen. So wie es aussieht, muss jeder eingenommene Penny in Kreditrückzahlungen investiert werden und kann nicht für Verstärkungen der Mannschaft ausgegeben werden. Im Gegenteil, es droht der Ausverkauf der Stars. Spieler wie Fernando Torres oder Kapitän Steven Gerrard würden zwar enorme Beträge einbringen, dieses Geld würde aber nur einige Schuldenlöcher stopfen.

Auf den FC Liverpool kommen keine rosigen Zeiten zu. An der Anfield Road braut sich jedenfalls etwas zusammen.

(red)

9.6.2009 17:24