Perez bastelt an den "neuen Galaktischen":
Nach Kaka-Coup weitere Top-Stars im Visier
- Real Madrid will auch Ribery, Villa und Ronaldo holen
- Präsident Florentino Perez ist offenbar nichts zu teuer
·Mega-Transfer ist unter Dach und Fach
Kaka wechselt für 68 Millionen zu Real Madrid
·Tabelle: Primera Division 2011/2012
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Vom in dieser Saison alles überstrahlenden FC Barcelona klar in den Schatten gestellt, bastelt Spaniens entthronter Champion Real Madrid an einer neuen Version der "Galaktischen". Mit der Verpflichtung von Kaka sorgten die Madrilenen für den ersten Transferkracher in diesem Sommer. Schenkt man den Gazetten Glauben, soll der brasilianische Superstar nicht der letzte Millioneneinkauf unter dem alten und neuen Präsidenten Florentino Perez gewesen sein.
Dem Bauunternehmer, der mit dem 75-Mio.-Euro-Transfer von Zinedine Zidane im Jahr 2000 einst die Transfergrenzen sprengte, ist offenbar nichts zu teuer. David Villa und David Silva von finanziell gebeutelten FC Valencia sollen ebenso auf der Wunschliste stehen wie Xabi Alonso von Liverpool und Franck Ribery vom FC Bayern München. Fast schon obligatorisch werden Weltfußballer Cristiano Ronaldo neuerlich Kontakte zu Real nachgesagt.
Das Ziel von Perez, der sich Sympathieträger Zidane als persönlichen Berater ins Team holte, scheint klar. Seine zweite "Regentschaft" nach den Jahren 2000 bis 2006 soll als Renaissance seines einstigen Superprojekts, die aufsehenerregendsten Kicker ins Bernabeu zu holen, in die Geschichtsbücher eingehen. "Es gehört zur Tradition von Real, dass die besten Fußballer der Welt für unseren Verein spielen", hatte der 62-Jährige bei seiner Amtsbestellung verlautbart. Er wolle Real zur "besten Mannschaft des 21. Jahrhunderts machen".
Perez macht 300 Millionen locker
Dass die Besten auch die Teuersten sind, stellt für den Milliardär und sechstreichsten Spanier offenbar kein Problem dar. 300 Mio. Euro will Perez in die Mannschaft um den ebenfalls neu geholten Trainer Manuel Pellegrini pumpen - und damit die Versäumnisse vergangener Tage aufholen. "Wir müssen verlorene Zeit aufholen. Als Zidane abgetreten ist, hätte man Kaka holen müssen. Und als Beckham weg war, wäre es logisch gewesen, wenn Cristiano Ronaldo verpflichtet worden wäre." Selbst internationale Großclubs zittern nun vor der neuen Kauflust der "Königlichen".
So soll Milan-Boss Silvio Berlusconi, die Ausweglosigkeit der Lage erkennend, den Transfer von Kaka noch ein wenig hinausgezögert haben, um vor der anstehenden Europawahl keinen Imagerückschlag zu erleiden. Auch bei den Bayern machte sich nach den Gerüchten um Ribery dezente Unruhe breit - auch wenn Uli Hoeneß verkündete: "Wenn der Herr Perez mit uns über einen Wechsel sprechen will, dann bin ich sicher, wird er sich in ein Flugzeug setzen und zu uns kommen."
"Disneyfizierung von Real Madrid"
Perez gilt in Spanien als "König Midas", der alles, was er anfasst, in Gold verwandelt. Der gebürtige Madrilene stieg nach dem Ende der Franco-Ära in die Politik ein, wo er eifrig Kontakte knüpfte. 1995 scheiterte er noch bei der Wahl zum Real-Präsidenten, fünf Jahre später war seine erste Amtszeit perfekt. Dass in der Ära der Galaktischen trotz der Meistertitel 2001 und 2003 sowie dem Champions-League-Sieg 2002 aber nicht alles eitel Wonne war, verrieten die Aussagen früherer Real-Kicker.
Der Argentinier Santiago Solari sprach von einem Klassenunterschied zwischen den Superstars und der "Mittelklasse", der Engländer Steve McManaman beschrieb die Entwicklung in seiner Autobiographie als "Disneyfizierung von Real Madrid". Geradezu bezeichnend mutet es da schon an, dass Perez von kurzem Pläne für einen neuen Freizeitpark auf dem derzeitigen Trainingsgelände vorstellte. Dort soll die Geschichte des Rekordmeisters "auf Disney-Art" erzählt werden.
(apa/red)
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