Sieg im Massensprint: Bernhard Eisel
gewinnt zweite Etappe der Tour de Suisse
- Schweizer Cancellara behält das Gelbe Trikot
- Eisel in der Gesamtwertung nun unter Top-Ten

Bernhard Eisel hat zum zweiten Mal nach 2005 eine Etappe bei der Tour de Suisse gewonnen. Der Steirer vom Team Columbia setzte sich auf dem zweiten Teilstück über 150 km mit Start und Ziel in Davos im Sprint des Feldes vor dem Deutschen Gerald Ciolek und dem spanischen Ex-Weltmeister Oscar Freire durch. Der Schweizer Zeitfahr-Olympiasieger Fabian Cancellara, Sieger des Zeitfahrens am Samstag, baute dank einer Zeitgutschrift seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf den Tschechen Roman Kreuziger auf 22 Sekunden auf.
Eisel war in der Schweiz vor vier Jahren schon einmal erfolgreich, als er am 11. Juni 2005 den Sprint der ersten Etappe gewonnen hatte und sich das Gelbe Trikot überstreifen durfte. Es war bis dato der wertvollste Sieg des 28-Jährigen, der seinen Etappensieg zu einem perfekten Zeitpunkt wiederholte. Denn Eisel fährt noch um einen Platz im Tour-de-France-Team von Columbia, und die neuntägige Schweiz-Radrundfahrt gilt als letzte Standortbestimmung für die Tour de France, die am 4. Juli in Monaco beginnt.
In Davos vollendete Eisel die gute Vorarbeit seines Kapitäns Kim Kirchen und setzte sich hauchdünn vor Ciolek durch. Erst nach einem Fotostudium wurde er als Sieger gewertet. "Ich bin früh raus, habe meine eigene Linie gesucht und nicht mehr zurückgeschaut. Es war ein guter Sprint von mir, aber die Ziellinie schien nie zu kommen. Ich hatte Angst, dass mich Ciolek und Freire noch einholen", erklärte Eisel.
Er geht nun mit 39 Sekunden Rückstand als Zehnter und führender der Punktewertung in die dritte Etappe über 195 km von Davos nach Lumino. Auch am Montag sollte ein Tag der Sprinter sein.
Eine starke Vorstellung bot auch das Team Vorarlberg-Corratec. Der Schweizer Andreas Dietziker belegte Rang sieben, der Oberösterreicher Josef Benetseder schlüpfte ins Weiße Trikot des besten Sprinters. Der 26-Jährige lancierte nach rund 40 km die erste Attacke des Rennens, fuhr bis zu zwei Minuten Vorsprung heraus und wurde mit zwei Ausreißer-Kollegen erst 24 km vor dem Ziel eingeholt. Benetseder holte sich aber eine Sprintwertung und damit das Weiße Trikot. "Ich spürte, dass ich heute gute Beine hatte und dass da was geht. Natürlich hatte uns das Feld an der Leine, doch wir sind klug gefahren und hatten einen guten Zug drauf", erklärte Benetseder.
(apa/red)
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