Montag, 8. Juni 2009

Gegen den Erzrivalen ist es noch viel süßer:
Welser nach Sieg über Gmunden in Euphorie

  • Verletzungspech schweißte die Mannschaft zusammen
  • Erfolgscoach Korner nur schwer von Pokal zu trennen

Im 237. Meisterschaftsspiel seit dem A-Liga-Aufstieg 2003 hat der WBC Wels den großen Coup gelandet. Nach einem 82:80-Erfolg ist der neun Jahre junge Club - die Gründung erfolgte 2000 - erstmals österreichischer Basketballmeister. Dass der Titel ausgerechnet im Finalduell mit dem Lokal- und Erzrivalen Swans Gmunden geholt wurde, machte den Triumph noch süßer.

Die Welser Spieler hüpften, sprangen und jubelten nach der Schlusssirene in der Kraftwerk-Arena ausgelassen mit ihren Fans. Und mittendrin war mit Coach Raoul Korner einer, der üblicherweise ausgesprochen cool ist und bleibt. Nach der Ehrung wollte der 35-Jährige den Meisterpokal gar nicht mehr aus den Händen geben. Das war auch im Laufe des Abends beim offiziellen Mannschaftsessen noch so.

Die Trophäe immer im Blick, trank der gebürtige Wiener "vorerst einmal" einen "Radler" und kündigte an, den Meisterpokal für eine Nacht sogar zu sich mitnehmen zu wollen. Das tat dann aber doch Obmann Heinz-Peter Fiszter. "Um 4.00 Uhr bin ich nach Hause gegangen. Jetzt steht der Pokal bei mir im Büro", sagte Fiszter - überraschend gut bei Stimme - am Montag zu Mittag zur APA.

Verletzungspech schweißte zusammen
"Es ist die erwartet knappe Entscheidung gewesen. Aber wir haben einen Weg gefunden, die Partie zu gewinnen", analysierte Korner das letzte Spiel am Ende seines zehnten Jahres als A-Liga-Coach. Schon 2002 hatte er mit Mattersburg ebenso wie 2006 mit Wels den Cupsieg geholt. Die Meistertrophäe freilich fehlte dem 35-Jährigen bisher. Überzeugt gab sich Korner, dass es ausgerechnet das Verletzungspech im Laufe des Spieljahres gewesen sei, das die Mannschaft derart zusammengeschweißt und letztlich so erfolgreich gemacht habe.

Dass der WBC gerade in der "Postseason" seine Bestform erreicht hat, zeigen neben dem Meistertitel auch Zahlen. Neun Siege wie 2009 waren den Welsern bei vier vorangegangenen Play-off-Teilnahmen zusammen nicht gelungen. Darüber hinaus hat das Team von Raoul Korner im vierten Anlauf erstmals eine Serie gegen Gmunden gewonnen. Von 2006 bis 2008 hatte es immer 1:3 geheißen - diesmal wurde der Spieß umgedreht. Der 7. Juni wird wohl zum Basketball-Feiertag in Wels erklärt werden.

Ausgelassene Feiern
Dass nach dem Triumph "die Post abgegangen ist", versteht sich von selbst. Die Nacht auf Montag haben die Meisterspieler in einer Disco zugebracht - und wurden dort von mehr als 200 Fans "aufgespürt". Laut Fiszter ist die Party erst gegen 6.45 Uhr zu Ende gegangen.

Die offizielle Meisterfeier des WBC steigt am kommenden Samstag um 18.00 Uhr auf dem Welser Minoritenplatz. Laut Fiszter wird die Mannschaft in Cabrios und mit Polizeieskorte vorfahren. Das Meisterteam soll jetzt natürlich weitestgehend gehalten werden. Brandon Thomas und Bruce Fields haben sich dem Obmann zufolge noch nicht entschieden. Die Option Ricky Moore sei gezogen. Casey Archibald könnte der einzige Abgang sein.


(apa/red)

8.6.2009 12:41