Montag, 15. Juni 2009

Demokratie im Iran derzeit ein Fremdwort: Regierung verbietet Oppositionskundgebung

  • Moussavi verschiebt Rede wegen fehlender Erlaubnis
  • Weitere Unruhen nach umstrittenem Wahlergebnis
    Zeitungen, Fernsehen und Internet werden zensuriert

Der Iran kommt nicht zur Ruhe: Nach dem äußerst umstrittenen Ergebnis der Präsidentenwahl haben sich die Proteste fortgesetzt, die Lage wurde von Augenzeugen als "äußerst gespannt" beschrieben. Der vermeintliche Wahlverlierer Mir-Hossein Moussavi hat eine Protestkundgebung in Teheran verschoben, weil das Innenministerium dafür keine Erlaubnis erteilt hatte.

In verschiedenen Stadtteilen von Teheran kam es zu Zusammenstößen zwischen Anhängern Moussavis und der Polizei. Die meist jungen Demonstranten zündeten Reifen und Mülltonnen an. Mit Schlagstöcken bewaffnete Einsatzkräfte versuchten, in der Innenstadt eine große Menschenmenge aufzulösen. Sie feuerten Schüsse in die Luft und setzten Tränengas ein. Zudem versuchten sie, die Anhänger Ahmadinejads und Moussavis auseinanderzuhalten.

Moussavi verschiebt Rede
Moussavi wollte eigentlich auf einem zentralen Platz in der Innenstadt eine Ansprache an das iranische Volk halten, hat sich schließlich aber einem Verbot der Behörden gefügt und seine Protestkundgebung auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Demonstration sei verschoben worden, weil es keine Erlaubnis des Innenministeriums dafür gegeben habe, berichtete eine Internetseite Moussavis.

Moussavi appellierte an seine Anhänger, die landesweiten Proteste friedlich und unter Einhaltung der Gesetze fortzusetzen. Moussavi hat den Wächterrat aufgefordert, die Wahl vom Freitag wegen Unregelmäßigkeiten zu annullieren. Nach unbestätigten Berichten wollten die beiden anderen unterlegenen Kandidaten, Karroubi und Rezaie, auch eine Annullierung fordern.

Zensur in iranischen Medien
Staatlich kontrollierte iranische Zeitungen berichteten am Sonntag nicht über die Demonstrationen gegen Ahmadinejad. Das staatliche Fernsehen zeigte zwei Tage nach der Wahl nur kleine Ausschnitte von den Protesten.

Die Regierung schränkte unterdessen auch die Kommunikationsmedien der Iraner weiterhin ein. Ziel war es offenbar, eine bessere Koordinierung der Protestbewegung oder die Verbreitung von Nachrichten über die Unruhen zu behindern. Auch die Internet-Zensur wurde nochmals verschärft.

(apa/red)

15.6.2009 10:22
Maika, 14. 06. '09 20:57
Unter Kontrolle
Wie kann die Lage im Iran unter Kontrolle sein, wenn es bereits Tote gibt.
Wenn sich Menschen gegenseitig mit Steinen bewerfen und solche Krawalle veranstalten,
mit so einem Hass im Gesicht. Das ist für mich ein wildes,
brutales Volk!
Razzor1984, 14. 06. '09 11:15
Seit wann gibt es denn im Iran ein Demokratie ???
Wenn man es nüchtern betrachtet gibt es in keinem Islamischen Land eine Demokratie. Allein schon die geistlichen "Mullas" wollen um keinen Preis ihre Macht abgeben und den Traum eines Gottesstaates verwirklichen.
Vielleicht gibt es verwirrte-(Träumer) die fest davon überzeugt sind das man den Islam reformieren kann, aber dieser ist leider im Mittelalter stecken geblieben und wird sich nicht so schnell weiterentwickeln (fehlende Aufklärung). Der einzige Lichtblick kann jetzt sein, dass die Bevölkerung aufwacht. Sie sollte jetzt endlich begreifen, dass ihr lebt ist fast so wie unter den gleichen Bedingungen wie beim SCHAH verläuft.
Greetz Razzor1984