Samstag, 13. Juni 2009

Moussavi ruft nach Präsidentenwahl zur
Ruhe auf: Tränengaseinsatz bei Krawallen

  • Reformpolitiker akzeptiert seine Wahlniederlage nicht
  • Amtsinhaber Ahmadinejad steht als Wahlsieger fest
    Tausende protestieren in Teheran gegen Ergebnis

Der gescheiterte iranische Präsidentschaftskandidat Mir-Hossein Moussavi hat in einer kurzen Erklärung seine protestierenden Anhänger aufgerufen, Ruhe zu bewahren. Sie sollten sich von "Unruhestiftern" nicht in eine Falle locken lassen, schrieb der reformorientierte Politiker in einer kurzen Erklärung. In Teheran gingen unterdessen Tausende seiner Anhänger auf die Straße. Es kam zu Krawallen, die Polizei setzte Tränengas ein.

Moussavi hatte schon in der Nacht auf Samstag von Unregelmäßigkeiten und Betrug bei den Präsidentschaftswahlen gesprochen. Am Samstag wurde er von der Polizei daran gehindert, eine Pressekonferenz zu geben. Auch eine für den Vormittag geplante Rede Moussavis an seine Anhänger wurde verhindert.

Die Demonstranten warfen dem nach offiziellen Teheraner Angaben mit deutlichem Vorsprung wiedergewählten Präsidenten Mahmud Ahmadinejad Wahlbetrug vor. "Ahmadinejad, schäme Dich", skandierten sie. Die Proteste und das gewaltsame Vorgehen der Polizei erinnerte Beobachter an große Teheraner Studentenproteste im Jahr 1999.

   In Vorfeld der Wahl hatte viele Anhänger Moussavis Kundgebungen über Textnachrichten organisiert, doch seit Donnerstag ist das SMS-System im Iran abgeschaltet. Weiter genutzt werden kann von den zumeist jugendlichen Anhängern Moussavis das Internet.

(apa/red)

13.6.2009 19:59