Bluttat in New Yorker Holocaust-Museum:
88-jähriger Rechtsextremist tötet Wächter
- Zwei weitere Sicherheitsbeamte erwiderten Feuer
- Antisemitismus als ein mögliches Motiv vermutet

Ein mutmaßlicher 88-jähriger Rechtsextremer hat im Holocaust-Museum in Washington das Feuer eröffnet und einen Sicherheitsbeamten getötet. Bei einem Schusswechsel mit anderen Wachleuten im Museum mitten in der US-Bundeshauptstadt wurde der Täter dann selbst getroffen und schwer verletzt. Die Polizei geht nach eigenen Angaben davon aus, dass der Mann allein handelte.
Der Schütze, dessen Zustand der Washingtoner Bürgermeister Adrian Fenty als "kritisch" beschrieb, wurde nach Medienberichten als James von Brunn identifiziert. Er habe bereits in der Vergangenheit als "eingefleischter" Antisemit und Rassist von sich reden gemacht, sei aber anscheinend seit längerem nicht mehr "aktiv" gewesen, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf Behördenkreise.
Der jüdischen Anti-Defamation League zufolge unterhielt Von Brunn eine Webseite mit Hasstiraden gegen Juden und Schwarze. 1981 drang er - anscheinend aus Wut über hohe Zinssätze - bewaffnet in die US-Zentralbank (Federal Reserve) ein, um Geiseln zu nehmen. Er wurde von einem Sicherheitsbeamten überwältigt und verbüßte dann eine sechsjährige Gefängnisstrafe. Er habe das einer "Neger-Geschworenenjury" und einem "Juden-Richter" zu verdanken, hieß es dazu später auf seiner Webseite.
Der Mann hatte das zahlreichen Besuchern gefüllte Holocaust-Museum gegen 13.00 Uhr Ortszeit mit einem Gewehr oder einer Schrotflinte bewaffnet betreten. Er habe dann am Eingang sofort auf den Sicherheitsbeamten geschossen. Zwei weitere Wachleute hätten das Feuer erwidert und damit ein weiteres Vordringen des Schützen verhindert. Museumsbesucher in der Nähe seien in Panik davongerannt.
Auto auf Sprengstoff untersucht
Das Auto des Mannes sei in der Nähe des Museums gefunden worden und werde auf Sprengstoff untersucht, sagte ein Gewährsmann der Nachrichtenagentur AP. Polizeichefin Cathy Lanier erklärte auf einer Pressekonferenz, offenbar habe es sich um einen Einzeltäter gehandelt. Er habe sofort nach Betreten des Gebäudes angefangen zu schießen. Das Holocaust-Museum wurde für den Rest des Tages geschlossen. Die umliegenden Straßen wurden abgeriegelt.
US-Präsident Barack Obama äußerte sich betrübt über den Zwischenfall, wie sein Sprecher Robert Gibbs erklärte.
Das Holocaust Memorial Museum wurde 1993 eröffnet und ist allen Opfern des Nationalsozialismus gewidmet. Es wirbt für Freiheitsrechte und Menschenwürde in aller Welt, bietet Ausstellungen und verfügt über ein umfassendes Archiv. Jedes Jahr zählt das Museum durchschnittlich 1,7 Millionen Besucher, darunter viele Schulkinder, und seit der Eröffnung kamen auch 85 Staatsoberhäupter.
(apa/red)
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