U-Bahn-Streik bringt London zum Erliegen:
Metropole erlebte riesiges Verkehrschaos
- Mitarbeiter gingen für bessere Löhne auf die Straße
- Neun der elf U-Bahn-Linien lagen teilweise lahm

Ein Streik der U-Bahn-Mitarbeiter hat den Berufsverkehr in London fast zum Erliegen gebracht. Wie die Verkehrsbetriebe der britischen Hauptstadt mitteilten, lagen neun der elf U-Bahn-Linien völlig oder zumindest teilweise lahm. Viele Pendler wichen auf Fahrräder, Motorräder oder zusätzlich eingesetzte Busse aus oder gingen zu Fuß zur Arbeit.
"Wenn es so schlimm wird wie heute, muss ich morgen frei nehmen", sagte eine Londonerin. "Dabei will ich arbeiten gehen, ich muss doch meine Miete verdienen." Einige Bahnen waren so voll, dass sie an den Haltestellen einfach vorbeifuhren, ohne weitere Passagiere mitzunehmen. Um den Pendlern den Weg zur Arbeit zu erleichtern, boten die Verkehrsbetriebe außer zusätzlichen Bussen auch einen Boot-Transfer über die Themse an.
Der Streik drohte auch ein Fußballspiel im Wembley-Stadion am Abend zu beeinflussen. Für die WM-Qualifikations-Begegnung zwischen England und Andorra könne kein Extra-Service eingerichtet werden, teilte die Eisenbahngesellschaft Chiltern Railways mit.
"Ärgerlich und überflüssig"
Londons Bürgermeister Boris Johnson bezeichnete den Ausstand in der BBC als "ärgerlich und überflüssig". Die Gewerkschaft RMT und die Arbeitgeber lägen bei ihren Verhandlungen um Gehaltserhöhungen und bessere Arbeitsbedingungen nah beieinander. Er forderte beide Seiten deshalb zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf.
Mehrere tausend Angestellte der "Tube" waren in einen auf 48 Stunden angesetzten Streik getreten, nachdem die Tarifverhandlungen in letzter Minute gescheitert waren. Der Ausstand sollte bis Donnerstagabend andauern. Er könnte der Londoner Wirtschaft teuer zu stehen kommen: Die Verkehrsbetriebe rechneten mit Kosten von 50 Millionen Pfund (58,3 Mio. Euro) pro Streiktag. Bis zu vier Millionen Menschen nutzen täglich die Londoner U-Bahn.
(apa/red)
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