Die Luft für Premier Brown wird langsam
dünn: Neuer Rücktritt nach EU-Wahlschlappe
- Auch Umwelt-Staatssekretärin Kennedy gab Amt auf
- Unterschriftenaktion: Muss Brown bald zurücktreten?

·Brown weht heftiger Gegenwind ins Gesicht
Minister nennt Premier
'unsicher und ungehalten'
·Premier Brown fällt Kabinett auseinander
Rücktrittswelle: Regierung
gehen die Minister aus
Für den britischen Premier Gordon Brown wird die Luft zusehends dünner. Ein Tiefschlag folgt dem nächsten: Nach dem Rücktritt mehrerer Minister und dem Debakel bei den Kommunalwahlen erlitt seine Labour-Partei bei der Europawahl eine historische Niederlage. Auch die Kabinettsumbildung konnte die angeschlagene Partei nicht mehr retten. Die Serie der Rücktritte in der britischen Regierung scheint indes kein Ende zu nehmen: Jetzt soll auch Umwelt-Staatssekretärin Jane Kennedy ihr Amt aufgegeben haben, wie Medien unter Berufung auf Regierungskreise berichteten.
Erst vergangene Woche waren mehrere Minister und Staatssekretäre zurückgetreten und hatten Premierminister Gordon Brown an den Rand des politischen Abgrunds gedrängt.
Ein Sprecher der Downing Street sagte, Brown bedauere den Rücktritt. Der Regierungschef steht wegen des verheerenden Ergebnisses von Labour bei der Europa-Wahl weiter unter Druck.
Muss Brown bald Rückzug antreten?
Wenn Brown trotz der Europawahl-Schlappe eine innerparteiliche Rebellion verhindern kann und seine wichtigsten Minister zu ihm stehen, könnte er einen Sturz vermeiden. Doch sollten wieder Mitglieder seiner Regierungsmannschaft querschießen oder gar zurücktreten, dann könnten die Brown-Gegner in der Labour-Fraktion den Mut finden, Brown zum Rücktritt zu drängen.
In der Fraktion läuft seit Tagen eine Unterschriftenaktion, die Brown zum Amtsverzicht bewegen soll. Unklar ist, wie viele Labour-Abgeordnete sich auf die Seite der Rebellen schlagen. Am späteren Montagabend könnte es bei einer Fraktionssitzung zum Schwur kommen. Erheben genug Abgeordnete ihre Stimme und begehren gegen Brown auf, könnte es in den kommenden Wochen zu einem zermürbenden Abwahlprozess kommen. (apa/red)
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