Othmar Karas schafft ein Direktmandat:
Nummer 2 mit über 90.000 Vorzugsstimmen
- Spitzenkandidat Strasser erhält rund 32.000 Stimmen
- Bewirbt sich Karas für die EU-Delegationsleitung?
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Der Zweitgereihte auf der ÖVP-Liste für die EU-Wahl, Othmar Karas, hat österreichweit 97.144 Vorzugsstimmen (nach den vorläufigen Ergebnissen ohne Briefwahl) erhalten. Spitzenkandidat Ernst Strasser kam nur auf ein Drittel davon, rund 32.000, gab Karas' Personenkomitee nach Vorliegen aller Länder-Ergebnisse bekannt. Karas hat angekündigt, als Delegationsleiter zu kandidieren, wenn er genügend Vorzugsstimmen bekommen hat.
Karas habe damit das stärkste Vorzugsstimmen-Ergebnis erzielt, das je einem Kandidaten, der nicht Listenerster war, gelang. Karas liege in allen neun Bundesländern vor Strasser, wurde unterstrichen.
Dass Karas das gesetzliche Kriterium für die Vorreihung auf der Liste - sieben Prozent der Parteisumme - überschritten hat, ist klar. Karas geht es allerdings nicht um die Vorreihung, ein Mandat ist ihm auf Platz zwei ohnehin sicher. Er hat angekündigt, sich um den - parteiintern per Wahl zu vergebenden - Posten des Delegationsleiters bewerben zu wollen. Strasser hat den Anspruch darauf allerdings bereits angemeldet. Und Parteichef Josef Pröll hat Karas bereits ausgerichtet, dass man aus einem Vorzugsstimmen-Erfolg keine Ansprüche ableiten könne.
Bisheriger Vorzugsstimmen-"Kaiser" unter den nicht auf Platz 1 gereihten Kandidaten war SPÖ-Klubobmann Josef Cap. Er schaffte 1983 mit rund 62.500 Vorzugsstimmen von einem aussichtslosen Listenplatz aus den Sprung ins Parlament. Bei der EU-Wahl 2004 nahm Andreas Mölzer mit rund 22.000 Vorzugsstimmen dem Spitzenkandidaten Hans Kronberger das einzige FPÖ-Mandat ab.
(apa/red)
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