Der Tag danach ist der Tag der Analysen:
SPÖ konnte ihre Wähler nicht mobilisieren
- 18 Prozent der Wahl 2004 waren nicht an den Urnen
- Wählerströme: FPÖ fischt erfolgreich bei Nichtwählern

Der SPÖ ist es von allen Parteien am wenigsten gelungen, ihre Wähler zu mobilisieren: 18 Prozent der Wähler, die im Jahr 2004 ihr Kreuz bei den Sozialdemokraten gemacht hatten, blieben am Sonntag zu Hause, hat die Wählerstromanalyse von ORF/SORA herausgefunden. Umgekehrt konnte die FPÖ demnach erfolgreich im Nichtwählerteich fischen, 52 Prozent ihrer Wähler vom Sonntag kamen von jenen, die 2004 den Urnen ferngeblieben waren. Beim BZÖ betrug dieser Wert 44 Prozent. Die ÖVP erreichte laut der Analyse 82 Prozent ihrer Wähler von 2004, Hans-Peter Martin rekrutierte Stimmen von Nichtwählern sowie der SPÖ.
31 Prozent der Wähler Martins hatten 2004 gar nicht gewählt, 42 Prozent kamen von seinen eigenen Wählern, 15 Prozent seiner Wähler vom Sonntag hatten 2004 ihr Kreuzerl bei der SPÖ gemacht. Die Sozialdemokraten verloren zudem 18 Prozent ihrer Wähler von vor fünf Jahren an die Nichtwähler.
SPÖ & ÖVP sind nett zueinander
Gering war der Wähleraustausch zwischen den Koalitionsparteien, die in der heißen Wahlkampfphase ihren Kuschelkurs verlassen und durchaus härtete Bandagen ausgeteilt hatten. Je zwei Prozent der ÖVP-bzw. SPÖ-Wähler kamen von der jeweils anderen Partei. Die ÖVP rekrutierte zudem 13 Prozent ihrer Stimmen von den Nichtwählern von 2004, womit ein positiver Saldo bleibt, da man umgekehrt acht Prozent an die Wahlverweigerer diesen Jahres verlor.
Die Grünen erzielten eine Behaltequote von 56 Prozent, elf Prozent ihrer Stimmen von 2004 verloren sie an die SPÖ, zwölf Prozent an die ÖVP und elf Prozent ans Nichtwählerlager.
FPÖ schnappt sich Martin-Wähler
21 Prozent des FPÖ-Ergebnisses kamen von FP-Wählern des Jahres 2004; neben den Nichtwählern konnten die Blauen aber auch Martin-Wähler von vor fünf Jahren erreichen, sie steuerten 15 Prozent zum FP-Ergebnis bei. 18 Prozent der FP-Stimmen von 2004 gingen indes ans BZÖ. Dessen Ergebnis profitierte aber auch von SPÖ-Stimmen (zwölf Prozent), je neun Prozent der diesjährigen Stimmen für das Bündnis kamen von früheren VP- und Martin-Wählern.
(apa/red)
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