Dienstag, 2. Juni 2009

Opel bekommt staatliche Finanzspritze:
1,5 Milliarden Euro an Überbrückungskredit

  • Keine Beteiligung von Magna an Zwischenfinanzierung
  • Pröll: Österreich könnte mit Haftungen aushelfen

Die Rettung des deutschen Autobauers Opel geht in die entscheidende Runde. Opel hat die ersten 300 Mio. Euro aus dem staatlichen deutschen Überbrückungskredit von 1,5 Mrd. Euro erhalten. Anders als ursprünglich geplant muss sich der Opel-Investor Magna dabei nicht an der Zwischenfinanzierung für den Autobauer beteiligen.

Finanzminister Pröll hat erklärt, er halte es für möglich, dass Österreich mit Haftungen aushilft, sofern der Kauf von Opel durch Magna zustande kommt. Sollte der Kauf durch Magna und russische Investoren über die Bühne gehen, könnten laut österreichischer Gesetzeslage bis zu 300 Mio. Euro als Staatsgarantie anfallen. Magna hat auch ein Werk in der Nähe von Wien, dafür sollte es bei einer Staatshaftung zu einer Standortgarantie kommen, so Pröll.

Der deutsche Bund, Länder, der Investor und die US-Regierung hatten sich auf ein Rettungskonzept für Opel und die Übernahme des Autobauers durch Magna und dessen russische Partner verständigt. Kurz vor Eröffnung des GM-Insolvenzverfahren wurde der Treuhand- und der Konsortialvertrag unterzeichnet.

Erster Teil des Kredits
"Wir sind in der Lage gewesen, durch ein sehr zügiges Arbeiten und auch unter Berücksichtigung beihilferechtlicher Fragen Opel die erste Tranche des staatlich garantieren Überbrückungskredites auszuzahlen", sagte der deutsche Finanzminister Steinbrück. Gegenüber ersten Plänen hat es laut Steinbrück kurzfristig eine Änderung gegeben: Dabei habe der Betrag nicht wie zunächst geplant durch den kanadisch-österreichischen Automobilzulieferer Magna gezahlt werden müssen.

Magna spare damit kurzfristig 300 Mio. Euro, die der Autozulieferer sonst für wenige Tage hätte bereitstellen müssen. Dafür spare der Staat die entsprechenden Zinsaufwendungen, sagte Steinbrück. Auch werde der staatliche Überbrückungskredit von Bund und Ländern eher als gedacht in Gang gesetzt. Magna will nach Angaben des deutschen Außenministers Steinmeier europaweit knapp 10.000 Arbeitsplätze bei dem Rüsselsheimer Autobauer abbauen.

(apa/red)

2.6.2009 19:16