Kampf um Arbeit geht weiter: Anzahl der Jobsuchenden um 30 Prozent höher als 2008
- Männer von Arbeitslosigkeit am stärksten betroffen
- Hundstorfer: Rückgang seit April als "positives Signal"

·EU: Arbeitslosenrate schnellt in die Höhe
9,2 Prozent: Höchste Quote seit dem Jahr 1999
·FORMAT: Arbeitslose
auf dem Abstellgleis
AMS "parkt" Jobsuchende
häufig in sinnlosen Kursen
·Nicht alle Branchen kriseln in der Krise
Gesundheits- und Sozial-
berufe erleben Boom
Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit geht weiter: Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen im Mai 2009 um 30 Prozent gestiegen. 239.777 Menschen sind derzeit ohne Job. Gleichzeitig gingen die gemeldeten offenen Stellen um 34,5 Prozent auf 27.839 zurück. Das entsprach nach nationaler Berechnung einer Arbeitslosenquote von 6,6 Prozent nach 7,1 Prozent im April 2009 bzw. 5,1 Prozent im Mai 2008. Inklusive der 64.197 in Schulung befindlichen Personen (+ 23,5 Prozent) waren allerdings neuerlich über 303.974 (plus 28,4 Prozent) ohne Job.
Am stärksten zugenommen hat im Mai die Arbeitslosigkeit bei den Männern; konkret kletterte sie um 41,7 Prozent auf 136.314. Bei den Frauen stieg sie im Vergleich dazu nur um 16,8 Prozent. Stark verschärft hat sich neuerlich die Situation bei den Jugendlichen: mit 39.729 waren um 38,3 Prozent mehr 15 bis 24-Jährige ohne Job als im gleichen Monat des Vorjahres.
Oberösterreich am stärksten betroffen
Wie schon im April gab es die höchsten Zuwächse in Oberösterreich, wo die Zahl der Jobsuchenden um 61,1 Prozent auf 27.049 stieg, gefolgt von Kärnten mit plus 46,6 Prozent auf 17.814 und der Steiermark mit einer Zunahme von 40,7 Prozent auf 35.411. Die meisten Arbeitslosen gab es traditionsgemäß in Wien mit 68.073, allerdings fiel das Plus mit 11,4 Prozent vergleichsweise klein aus.
Hundstorfer: Rückgang seit April als "positives Signal"
Sozialminister Hundstorfer betonte, dass der Rückgang gegenüber April zwar ein "positives Signal" sei, das nicht übersehen werden dürfe. Für eine Entwarnung am Arbeitsmarkt sei es aber noch zu früh, betonte der Minister. Arbeiterkammer und Gewerkschaft kritisierten in einer ersten Reaktion die von Unternehmen zunehmend häufiger genützte Praxis sogenannter Aussetzungsverträge. (apa/red)

