"So wenig Respekt wie möglich haben":
Constantini fordert Courage gegen Serbien
- Für Punkte muss das Team über sich hinauswachsen
- Paul Scharner erstmals als Kapitän des ÖFB-Teams
·Prödls Körper macht Serbien nicht ganz mit
Bremen-Legionär fehlt wegen Magen-Darm-Virus
·Erwin Hoffer will den Serben einschenken
Rapid-Wirbelwind traf zuletzt fast nach Belieben
·Paul Scharner:
"Ich bin nicht Gott"
Führt ÖFB-Team gegen Serbien als Kapitän an
·Stranzl schätzt jugendlichen Elan
Routinier "Alter Hase"
im jungen Nationalteam
·Auf Österreich
wartet Starensemble
Serbien mit Weltklasse-
Spielern gegen ÖFB-Team

Österreichs Fußball-Teamchef Dietmar Constantini fordert von seiner Mannschaft heute (20.30 Uhr/live auf NEWS.at) im so schweren Auswärtsspiel in Serbien eine couragierte Leistung. "Man muss sich auch gegen Klassemannschaften etwas zutrauen", meinte der Tiroler im Teamcamp in Bad Tatzmannsdorf. "Wir müssen so wenig Respekt wie möglich haben." Die Serben sind mit zwölf Punkten aus fünf Spielen souveräner Tabellenführer in WM-Quali-Gruppe 7.
Das ÖFB-Team befindet sich demnach in einer klaren Außenseiterrolle. "Das werden wir auch am Samstag noch sein", versicherte Constantini. Bis dahin will er seine Mannschaft mit schriftlichen Unterlagen und kurzen Videoausschnitten auf den Gegner einstellen. Mit den Trainingsleistungen zeigte sich der ÖFB-Teamchef überaus zufrieden. "Das ändert aber nichts daran, dass wir über uns hinauswachsen müssen, um in Belgrad zu punkten."
Stankovic als Schlüsselspieler
Als Schlüsselspieler der Serben hat der Tiroler Kapitän Dejan Stankovic von Inter Mailand ausgemacht. "Von ihm geht sehr viel aus, er ist eine absolute Respektsperson", erklärte der Trainer. Von einer Manndeckung des Spielmachers will er dennoch absehen. Zu stark sei der Rest des serbischen Teams - vor allem die Flügel Milos Krasic (ZSKA Moskau) und Milan Jovanovic (Standard Lüttich), die schon beim 3:1-Sieg in Wien überragend gewesen waren.
Im Roter-Stern-Stadion ("Marakana") erwartet das ÖFB-Team ein mit mehr als 50.000 Besuchern ausverkaufter Hexenkessel. Nervös machen lassen soll sich seine junge Mannschaft (Durchschnittsalter 24,3) davon aber nicht. Die Qualität der Serben sei allerdings jedem einzelnen seiner 23 Kaderspieler bewusst. "Man muss die anderen nicht schlecht reden, um die eigenen stark zu reden", erklärte Constantini.
Bei der Aufstellung hat sich der Teamchef noch nicht festgelegt. Offen ist neben der Tormannfrage auch jene nach einem Anreifer oder zwei Stürmern - schnell oder groß oder beides. Mit Erwin Hoffer, Marc Janko, Stefan Maierhofer und Rubin Okotie steht ein zuletzt treffsicheres Quartett zur Verfügung. "Man muss einen Gegner beschäftigen, sonst beschäftigt er dich", sagte Constantini. Das spräche für eine Offensivtaktik mit Hoffer und Janko.
Aufstellung möglichst unverändert
Grundsätzlich will Constantini seine Mannschaft nach dem Erfolgserlebnis gegen Rumänien (2:1 in Klagenfurt) nicht großartig verändern. In der Innenverteidigung ersetzt Rückkehrer Martin Stranzl den verletzten Emanuel Pogatetz, am rechten Flügel Rückkehrer Stefan Lexa den verletzten Marko Arnautovic. Wer den kurzfristig erkrankten Prödl in der Innenverteidigung ersetzen wird, ist noch nicht klar.
Sein Stammleiberl hat Paul Scharner. Der England-Legionär wird das Team heute in Abwesenheit von Pogatetz erstmals als Kapitän aufs Feld führen. "Das macht mich natürlich stolz", erklärte der 29-Jährige. "Ich werde versuchen, ein wenig Ruhe hineinzubringen." Die Serben bezeichnete er als haushohen Favoriten - auch für die WM-Quali. "Sie haben gegen uns und danach gegen Färöer sechs Punkte eingeplant. Wir können als Außenseiter nur überraschen."
(apa/red)
