EURO-Teilnehmer im Abseits: Nur noch fünf EM-Spieler im Kader der Nationalmannschaft
- EURO war auch kein internationales Sprungbrett
- Nur Jürgen Säumel glückte ein Transfer ins Ausland

·Ein Jahr nach der EM: Alles neu beim ÖFB
Neue Spieler, neuer Teamchef & neuer Boss
·Diese Spieler treten in der WM-Quali an
BILDER: Der ÖFB-Kader für Färoer & Rumänien
Sprungbretter sehen anders aus. Der erhoffte Karriere-Katalysator ist die EURO 2008 im eigenen Land für keinen österreichischen Nationalspieler geworden. Kaum ein ÖFB-Spieler, der nicht schon vor dem Turnier gewechselt war, schaffte danach den Sprung ins Ausland. Ein Jahr nach dem Großereignis in Österreich und der Schweiz steht ein Großteil der heimischen Akteure nicht einmal mehr in der Nationalmannschaft.
Dem 23-köpfigen Aufgebot von Neo-Teamchef Dietmar Constantini für das WM-Qualifikationsspiel am Samstag in Belgrad gegen Serbien gehören mit Alexander Manninger, Martin Stranzl, Sebastian Prödl, Ümit Korkmaz und Erwin Hoffer lediglich fünf Spieler an, die schon bei der EURO im Kader von Josef Hickersberger gestanden waren. Mit Emanuel Pogatetz, György Garics, Christian Fuchs und Christoph Leitgeb fehlen vier Stammkräfte verletzt.
Österreichs EM-Kapitän Andreas Ivanschitz dagegen steht auf dem Abstellgleis - bei seinem Club Panathinaikos Athen und in weiterer Folge auch bei Constantini. Ähnliches gilt für Jürgen Macho (AEK Athen), der bei der EURO noch vor Juventus-Keeper Manninger die Nummer eins gewesen war. Der Entscheidung Hickersbergers in der Tormann-Frage war Anfang Juni 2008 ein Rätselraten vorangegangen, das tagelang die Schlagzeilen bestimmt hatte.
EM-Zuschauer wurde Führungsspieler
Neuer starker Mann im ÖFB-Team neben Kapitän Pogatetz ist ein EM-Zuschauer. Paul Scharner hatte das Großereignis nach einem Zerwürfnis mit Hickersberger verpasst. Nach seinem Teamrücktritt samt öffentlicher Kritik hatte sich der England-Legionär erst kurz vor dem Turnier bereiterklärt, zur Verfügung zu stehen - zu spät für die Teamführung, deren Auswahl der Stürmer sich im Nachhinein ebenfalls als wenig glücklich herausstellte.
Roman Kienast jagt in Norwegens zweiter Liga bei Ham-Kam seiner Form nach, Roland Linz scheint sie bei den Grasshoppers Zürich langsam gefunden zu haben und Martin Harnik kämpft bei Werder Bremen gegen die Abschiebung ins Amateurteam. Lediglich Erwin Hoffer hat mit 27 Toren für Rapid eine starke Saison hinter sich, könnte die Hütteldorfer im Sommer verlassen. Ein EM-Tor hatte keiner der vier Stürmer erzielt - Österreichs einziges war auf das Konto des mittlerweile zurückgetretenen Ivica Vastic gegangen.
Ein Jahr später scheint der Angriff das geringste Problem zu sein. Marc Janko hat mit 39 Toren für Meister Red Bull Salzburg die Saison seines Lebens gespielt. Vor der EURO war der 1,96-m-Mann von Hickersberger ausgebootet worden. "Das war nach meinen Verletzungen der bitterste Moment meiner Karriere", gestand Janko. Gleiches gilt für Rapid-Sturmtank Stefan Maierhofer, der in der Bundesliga ebenfalls mit 23 Treffern aufgezeigt hat.
Nach der EM hatte lediglich Mittelfeldspieler Jürgen Säumel im Ausland unterschrieben, ist mit dem FC Torino aber mittlerweile abgestiegen. Sebastian Prödl, Christian Fuchs und Ümit Korkmaz waren bereits vor dem 8. Juni, dem Auftaktspiel gegen Kroatien (0:1), in die deutsche Bundesliga gewechselt.
(apa/red)
