Nach der Meisterfeier: Salzburg träumt
wieder einmal den internationalen Traum
- Nationaler Titel Pflicht: Champions League das Ziel
- Red Bull bastelt am Kader: "Geld spielt eine Rolle"
·Salzburgs Meister-
Party ohne Rekord
Janko verpasst Krankl-
Bestmarke: 39 Saisontore
·Salzburg: Feucht-
fröhliche Meisterparty
BILDER: Red-Bull-Kicker und Fans feiern den Titel

Es war die Pflicht - nicht mehr und nicht weniger. Red Bull Salzburg hat am Sonntag die Rückeroberung des Meistertitels von Rapid gefeiert. "Wir müssen Meister werden, das ist unser Anspruch", gestand Salzburgs Sportdirektor Heinz Hochhauser, "auch im nächsten Jahr". Vorrangiges Ziel der Bullen ist allerdings die erstmalige Qualifikation für die Champions League.
Der Meister muss im reformierten Quali-System in der zweiten von vier Runden einsteigen, ist aber aufgrund mangelnder internationaler Erfolge bereits in der dritten nicht mehr gesetzt. Hochhauser hofft auf "etwas Auslosungsglück", so dass den Salzburgern zumindest in der dritten Runde ein großer Brocken erspart bleibt. Bei einem Aus in der vierten Runde würde wenigstens die Gruppenphase der neuen Europa League warten.
An der neuen Mannschaft wird schon eifrig gebastelt. Mit ÖFB-Verteidiger Franz Schiemer und dem defensiven Mittelfeldspieler Thomas Augustinussen aus Dänemark sind bereits zwei Zugänge fixiert. Weitere Neuverpflichtungen werden intensiv mit Neo-Coach Huub Stevens abgestimmt, der das Training als Nachfolger seines niederländischen Landsmannes Co Adriaanse am 15. Juni aufnimmt.
"Verhandeln mit fünf Spielern"
"Wir verhandeln momentan mit fünf Spielern. Wenn wir drei davon bekommen, wäre ich sehr zufrieden", erklärte Hochhauser. Einer davon ist der Schweizer Christian Schwegler vom Schweizer Vizemeister Young Boys, den Salzburg nun verpflichtet hat. Der 1,76 cm große und 71 kg schwere Rechtsverteidiger, der für die Berner 75 Partien bestritten hatte, erhielt einen bis Sommer 2012 befristeten Vertrag.
Der ehemalige U21-Teamspieler Schwegler gilt als Kunstrasenspezialist und als Mann für weite Out-Einwürfe. Er war bis 2005 für Arminia Bielefeld in der deutschen Bundesliga tätig gewesen und wechselte danach in seine Heimat nach Bern, wo im Stade de Suisse seit 2006 auf künstlichem Grün gespielt wird.
Bereits vor dem abschließenden Saisonspiel - einer 1:4-Blamage zu Hause gegen Absteiger Altach - hatte Red Bull fünf Spieler verabschiedet. Niko Kovac beendet seine Karriere, Torhüter Timo Ochs sowie die Verteidiger Remo Meyer und Ronald Gercaliu dürfen sich neue Clubs suchen. Spielmacher Vladimir Janocko hat einen solchen in Form von Zweitliga-Titelkandidat Admira bereits gefunden. Auf der anderen Seite kehren die zuletzt verliehenen Sasa Ilic (AE Larissa) und Mejdi Traoui (Al Wahda) nach Salzburg zurück.
Unbegrenzte finanzielle Mittel stehen laut Hochhauser nicht zur Verfügung. "Geld spielt eine Rolle. Wir gehen nicht mit Summen einkaufen, wie das immer kolportiert wird", betonte der Sportchef. Internationale Topspieler sind schwer zu bekommen. Ein bekannter Name hatte sich in der abgelaufenen Saison aber besonders in den Dienst der Mannschaft gestellt - Alexander Zickler.
Lob für den Sturm-Partner
Der ehemalige Bayern-Stürmer, in den vergangenen beiden Jahren noch Torschützenkönig, war im System von Adriaanse zugunsten von Janko ins zweite Glied gerückt, arbeitete als Vorbereiter auf der rechten Außenbahn. "Das ist sicher nicht meine Lieblingsposition, aber wir haben viele sehr gute Stürmer. Marc (Janko) hat noch eine große Karriere vor sich, ich nicht", meinte Zickler.
Vorerst freute sich Janko allerdings über den Meistertitel und die Auszeichnung als bester Spieler der Saison. "Diese Meisterschaft bedeutet mir um einiges mehr als 2007. Ich habe viel mehr dazu beigetragen", erklärte der Nationalstürmer. Der vergebenen Chance auf den Torrekord von Hans Krankl (41 Treffer 1977/78) trauerte der 25-Jährige nach dem Altach-Spiel nicht weiter nach. "Es war trotzdem eine unglaubliche Saison, die nur schwer zu toppen sein wird. Und der Meisterteller ist dort, wo er hingehört."
(apa/red)
