Wahlmuffel im Land der EU-Begeisterten:
Äußerst geringe Beteiligung in der Slowakei
- Im Nachbarland war bereits 2004 Interesse gering
- Linksgerichtete Smer-Partei kann Sieg einfahren

·Iren watschen bei
EU-Wahl Regierung ab
Konservative legen in
Zypern aber stark zu
·Niederlande: Rechte legen bei EU-Wahl zu
Geert Wilders wird zur zweitstärksten Kraft
Die linksgerichtete "Smer" ("Richtung") von Ministerpräsident Robert Fico hat inoffiziellen Ergebnissen zufolge die Europawahl in der Slowakei gewonnen. Wie die Tageszeitung "Sme" in ihrer Internetausgabe berichtete, wird Smer künftig fünf der 13 slowakischen EU-Abgeordneten stellen. Die drei Parteien der rechtsgerichteten Opposition erreichten jeweils zwei Mandate, die beiden nationalistischen Regierungspartner von "Smer" jeweils eines.
Mit 32 Prozent der Stimmen schnitt "Smer" aber deutlich schlechter ab als in den Umfragen der vergangenen Monate, die sie knapp an der absoluten Mehrheit gesehen hatten. Zweitstärkste Kraft wurde den inoffiziellen Ergebnissen zufolge die "Slowakische Demokratische und Christliche Union" (SDKU) von Ex-Premier Mikulas Dzurinda (16 Prozent), gefolgt von der Ungarn-Partei SMK (zwölf Prozent) und der Christdemokratischen Bewegung KDH (elf Prozent).
Eine Schlappe gab es für die beiden "Smer"-Juniorpartner "Bewegung für eine Demokratische Slowakei" (HZDS) und die nationalistische Slowakische Nationalpartei (SNS), die nur neun bzw. 5,5 Prozent der Stimmen erreichten. Ihnen dürfte die niedrige Wahlbeteiligung von nur 19,8 Prozent zum Verhängnis geworden sein. Allerdings gingen diesmal mehr Slowaken zu den Urnen als bei der Europawahl 2004, als das Land mit einer Wahlbeteiligung von 16 Prozent einen EU-weiten Minusrekord aufstellte. Die von "Sme" angeführten Daten beruhen auf der Auszählung von 98 Prozent der Stimmen.
(apa/red)
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